Island

Zwei Schweizer verängstigen mit Raubzug ein kleines Dorf in Island

Die Polizisten stellen die beiden Schweizer.

Die Polizisten stellen die beiden Schweizer.

Ein Diebespaar hat ein 74-Seelen-Dorf in Island unsicher gemacht: Sie sind in ein Lebensmittelgeschäft eingebrochen, haben Essen aus Häusern geklaut – und sogar die Medien haben vor dem Paar gewarnt. Nun hat die Polizei die beiden geschnappt.

Zwei Schweizer trampen seit sechs Wochen durch Island – und versetzen die Region im Nordwesten der Insel in Angst und Schrecken. Die Polizei hat das Räuberpaar nun verhaftet, wie «20 Minuten» berichtet. 

Bereits im April klauten die beiden 23-Jährigen die Tasche einer Frau, die sie vom Flughafen in Keflavik nach Reykjavik mitgenommen hatte: Als die Frau die beiden bei einem Campingplatz absetzte, nahm der junge Schweizer nicht nur seinen Rucksack aus dem Kofferraum, sondern schnappte sich auch gleich die Einkaufstasche der Frau. Sie wandte sich an die Medien, um vor den Schweizern zu warnen. 

Dies zeigte Wirkung, wie «Blick.ch» berichtet: Die beiden Schweizer gaben die Tasche in einem Hostel ab – mit einer Entschuldigung. 

Vor zwei Wochen folgte der nächste Diebstahl: Die beiden Schweizer brachen in einen Lebensmittelladen in Norðurfjörður ein. Auf dem Polizeiposten gestanden sie die Tat. Die Polizisten brachten das Paar kurzerhand zum Laden, wo sie sich entschuldigten und rund 350 Franken als Entschädigung zahlten. 

Im rot gekennzeichneten Gebiet waren die Schweizer auf Diebestour

Im rot gekennzeichneten Gebiet waren die Schweizer auf Diebestour

Das Paar blieb im 74-Seelen-Dorf. Doch die Reue hielt nicht lange an. Auf mysteriöse Weise verschwanden Lebensmittel aus Haushalten. Sogar in eine Kirche sollen die beiden eingebrochen sein. Aus einem Restaurant wollten sie verschwinden, ohne zu bezahlen. 

Bis die Polizei sie wieder stoppte. Sie nahm die Schweizer erneut fest. Am Dienstag wurde Anklage erhoben, noch am selben Tag stand das Paar vor Gericht. Sie waren geständig und wurden zu 60 Tagen Gefängnis verurteilt. Die Strafe müssen sie aber nur absitzen, wenn sie in der zweijährigen Bewährungszeit rückfällig werden. 

Aus dem kleinen Dörfchen Norðurfjörður wollen die Schweizer noch immer nicht verschwinden. Sie planen, bis im September dort zu bleiben. «Es herrscht Unsicherheit, jeder ist wachsam, verschliesst sein Auto und sein Haus und behält das Paar im Auge», sagte die Managerin des beklauten Lebensmittelgeschäfts. Die Anwohner sind deshalb auf der Hut und haben eine Facebook-Gruppe gegründet, um auf die beiden Tramper aufmerksam zu machen. (ssu)

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