Wettingen
Zwei junge Frauen aus der Limmat gerettet

Musiklehrer Mathias Baumann rettete am Sonntagabend zwei junge Frauen aus der Limmat bei Wettingen. Sie waren in voller Kleidung ins Wasser gefallen, konnten nicht schwimmen und drohten zu ertrinken.

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Alois Felber

Es war 17.45 Uhr, als es am Sonntag an der Limmat gleich unterhalb der Kraftwerkmauer bei der Wettinger Klosterhalbinsel zum Zwischenfall kam. Eine Gruppe junger türkischstämmiger Frauen genoss auf den Steinen am Neuenhofer Flussufer den Abend. Als eine 19-jährige Angehörige der Gruppe ihre Füsse ins Wasser baumeln liess, rutschte sie nach Angaben der Kantonspolizei jedoch plötzlich in den Fluss und wurde von der Strömung mitgeschwemmt.

Besonders heikel an der Situation: Die Frau war wie alle ihre Freundinnen mit langen Kleidern angetan, die vollgesogen mit Wasser Schwimmen fast verunmöglichten. Allerdings konnte auch gar keine der Frauen schwimmen. Trotzdem gerieten dann sogar alle ins Wasser, als sie verzweifelt versuchten, ihrer Freundin zu helfen. Während es drei Frauen wieder aufs Trockene schafften, trieben schliesslich die 19-Jährige und eine 15-Jährige hilflos flussabwärts.

Anwohner eilten zu Hilfe

Mittlerweile waren aber die Anwohner der Wettinger Flussseite auf die Schreie aufmerksam geworden. Musiklehrer Mathias Baumann war gerade nach Hause gekommen, als er die 19-Jährige im Fluss entdeckte. Weil für den 45-Jährigen sofort klar war, dass die Frau es nicht selbst heraus schaffen würde, sprang er kurzerhand ins Wasser, um sie zu retten. «Gedacht habe ich dabei eigentlich gar nichts», sagte Baumann später.

Erst als er bei der an der Oberfläche treibenden Gestalt angekommen sei, habe er bemerkt, dass noch eine zweite Frau im Wasser sei. Und diese sei immer wieder untergegangen. Da habe sich ihm schon die bohrende Frage gestellt: «Was jetzt?» Baumann gelang es aber, seinen ersten Schützling rasch auf eine Kiesbank in der Flussmitte zu bringen und dann zur zweiten Frau zu schwimmen, die er schliesslich am Ufer aufs Trockene zog.

Unterdessen war das ganze Quartier auf den Beinen, um die unter Schock stehenden Frauen zu betreuen. Trotz der glücklichen Rettung kam es zuletzt sogar noch zu einem Rega-Einsatz. Weil die 19-Jährige unter Wasser mehrmals den Kopf angeschlagen hatte und ihre Beine nicht mehr spürte, wurde sie per Helikopter von der Kiesbank geborgen und zur Untersuchung ins Kantonsspital Aarau geflogen. Auch die zweite Frau wurde vorsorglich ins Spital gebracht. Glücklicherweise wurden jedoch bei beiden keine ernsthaften Verletzungen festgestellt.

«Hoffe, dass das jeder tut»

Für Kantonspolizeisprecher Bernhard Graser war nach dem Vorfall klar: Ohne Mathias Baumann wären die Frauen wohl ertrunken. Dieser meinte dazu jedoch bescheiden: «Ich bin nicht stolz. Ich hoffe eigentlich, dass so etwas jeder tun würde.»