Tiertragödie

Zwei Jahre nach Cecils Tod: Auch Sohn Xanda von Grosswildjager erschossen

Ein Sohn des vor zwei Jahren in Simbabwe getöteten Löwen Cecil ist am 7. Juli von Grosswildjägern erschossen worden. Der sechs Jahre alte Xanda sei während einer Trophäenjagd getötet worden, hiess es auf der Facebookseite einer Gruppe, die sich für den Schutz von Löwen einsetzt.

Der Safari-Anbieter Richard Cooke, der die Jagd für einen unbekannten Jäger organisiert hatte, bestätigte am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur dpa den Tod des Tiers. "Die Jagd war legal", sagte er.

So süss sind Xandas Kinder

So süss sind Xandas Kinder

Diese Aufnahmen zeigen kleine Löwen, Kinder von Xanda und Enkelkinder von Cecil. Xanda ist einer der Söhne von Cecil, jenem Löwen, der im Juli 2015 ausserhalb des Nationalparks von einem Jäger aus den USA, dem Zahnarzt Walter Palmer, getötet worden war. Die Tötung hatte in der Öffentlichkeit viel Aufmerksamkeit erhalten. 

Xanda" streifte ausserhalb der Schutzzone des Hwange-Nationalparks durch die Savanne, als er von Jägern entdeckt und niedergeschossen wurde. Er trug, wie alle Löwen im Hwange-Nationalpark, ein GPS-Halsband, das seine Position genau aufzeichnete.

"Richard Cooke ist einer der 'Guten'", sagt Andrew Loveridge, Löwenforscher von der Oxford University, gegenüber dem "Guardian". "Er handelt ethisch und er brachte uns den GPS-Tracker zurück und teilte uns mit, was passiert war. Seine Jagd war legal."

Xanda wurde zwei Kilometer von der Nationalpark-Grenze getötet. Cooke fordert eine 5-Kilometer-Zone um den Park, in der nicht gejagt werden darf. Im 15'000 Quadrat-Kilometer grossen Nationalpark leben 550 Löwen. 

Löwe Cecil und sein Rudel

Löwe Cecil und sein Rudel

Dieses  Archiv-Video zeigt den berühmten Löwen Cecil im Hwange-Nationalpark in Simbabwe.

Vor zwei Jahren wurde der landesweit wegen seiner schwarzen Mähne bekannte Löwe Cecil ausserhalb des Hwange-Nationalparks im Westen des südafrikanischen Landes von einem US-Grosswildjäger erschossen. Berichten zufolge hatte der Jäger Walter Palmer umgerechnet rund 50'000 Franken für die Jagd bezahlt.

Der Tod des Tiers sorgte weltweit für einen Aufschrei. Simbabwe zufolge war die Jagd legal, und das Land eröffnete kein Gerichtsverfahren gegen Palmer.

Die Tierschutzorganisation Pro Wildlife verurteilt die Löwenjagd als "sinnlos". Demnach wurden die Löwenbestände in Afrika in den vergangenen 21 Jahren fast um die Hälfte dezimiert, auf 20'000 Tiere. (sda/nch)

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