Bruno Jelk
Zwei Bergbauernbuben und ihr Hörnligrat-Deal

Oben am Matterhorn gab er vor einem halben Jahr ein Versprechen ab, am Freitagabend löste er es unten im Fricktal ein: Bruno Jelk, der bekannte Bergretter von Zermatt, sprach in Laufenburg.

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Bruno Jelk (l.) und Alois Kiser

Bruno Jelk (l.) und Alois Kiser

Werner Hostettler

Nach der Ausbildung zum Grenzwächter wurde Bruno Jelk dem Grenzwachtposten Orsières am Grossen Sankt Bernhard zugeteilt, 1972 wurde er nach Zermatt versetzt. Bei der Grenzwache GWK bot sich ihm die Möglichkeit, sich als Skilehrer und Bergführer auszubilden, er wurde in der Folge zum Technischen Leiter der Ski- und Rettungskurse des GWK ernannt. 1980 übernahm er das Amt des Rettungschefs in Zermatt - und wurde damit zum Inbegriff der Bergrettung.

Vor einem halben Jahr war Bruno Jelk damit beschäftigt, am Hörnligrat unterhalb des Matterhorngipfels die auf 4003 Meter über Meer stehende Solvay-Hütte zu reinigen und Fixseile am Berg auszutauschen. Dann klopfte es an der Hüttentür und draussen stand der Laufenburger «Hochgebirgler» Alois Kiser. Mit dem Versprechen von Bruno Jelk im Gepäck, auch mal in Laufenburg über «Bergrettung einst und heute» zu sprechen, setzte Alois Kiser seinen Abstieg vom «Horu» fort. Und so kam es, dass der Bergretter von Zermatt am Freitagabend eine rund 150-köpfige Zuhörerschaft mit Bildern, Worten und einem Film hinaus ins Hochgebirge entführte.

Alois Kiser, den eine 30-jährige Freundschaft mit Bruno Jelk verbindet, erinnerte sich dabei an die Vielzahl von gemeinsamen Touren und Kursen hoch oben im Gebirge: «Als eindrücklichstes Erlebnis wird mir stets der Klettersteig in der Gornerschlucht in Erinnerung bleiben. Dort waren wir mehrmals auch mit Aspiranten der Kantonspolizei Aargau und mit Bruno als kompetentem Seilschaftsführer.»

Das Duo traf sich regelmässig auch oben auf der Testa Grigia, wo auf 3497 Meter über Meer an der Grenze zwischen der Schweiz und Italien der höchste Grenzwachtposten Europas steht, und wo nicht selten bis tief in die Nacht hinein die Kameradschaft gepflegt wurde. Ein Grund, warum sich die beiden Bergkameraden auf Anhieb so gut verstanden und weiterhin verstehen, liegt wohl darin, dass die beiden schon sehr früh hart anpacken mussten. Beide wuchsen sie als Buben von Bergbauern auf, Bruno Jelk (heute 67) im freiburgischen Sensebezirk und Alois Kiser (57) in der Innerschweiz. Beide waren sie auch von den grossen Plakaten fasziniert, mit der die Grenzwache unter anderem auch am Weg zur Käserei für neue Mitarbeiter warb.

Beide absolvierten denn auch mit Erfolg die Ausbildung; Bruno Jelk wurde Rettungschef, Alois Kiser ist beim GWK geblieben, er ist heute Postenchef Basel Süd. Gemeinsam bleibt aber ein Wunsch: «Dass wir noch möglichst lange gesund bleiben und das Glück als wichtiger Begleiter auch in den Bergen stets mit uns ist.»