«Zwang ist für uns momentan kein Thema»

Vorstand des Abwasserverbandes Fischingen möchte noch dieses Jahr eine definitive Lösung betreffend Kläranlage finden

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Lilly-Anne Brugger

Seit rund drei Monaten ist klar: Der Abwasserverband Region Möhlin wird so wie er geplant war nicht zustande kommen. Die Stimmbürger von Wallbach lehnten das Zusammenschlussprojekt des Abwasserverbandes Möhlintal und des Abwasserverbandes Fischingen an der letzten Gemeindeversammlung ab. Alle anderen betroffenen Gemeinden nahmen das Projekt und die damit verbundenen Kredite jedoch an. «Dies sind diametral entgegenstehende Beschlüsse», sagt Peter Deubelbeiss, Gemeindeammann von Obermumpf und Präsident des Abwasserverbandes Fischingen. Trotzdem, so Deubelbeiss, sei es für den Vorstand des Abwasserverbandes momentan kein Thema, die Wallbacher zu einem Zusammenschluss zu zwingen. Dies wurde am Montag bei einer Sitzung, an der auch Vertreter des Kantons anwesend waren, klar. Vielmehr möchte der Vorstand des Abwasserverbandes das Gespräch mit dem Gemeinderat von Wallbach suchen, um später auch mit den Gegnern des Zusammenschlusses ins Gespräch zu kommen.

Genügend Spielraum für beste Lösung

Die Entscheidung, wo das Abwasser des Fischingertals künftig gereinigt werden soll, kann nicht hinausgezögert werden. Die Kläranlage Schupfart entspricht nicht mehr dem vom Kanton geforderten Standard und darf seit längerer Zeit nur noch betrieben werden, weil sich die Gemeinde aktiv bemüht hat, eine neue Lösung für ihr Abwasser zu finden. Diese Lösung beinhaltete eine Abwasserleitung nach Obermumpf und anschliessend gemeinsam mit den anderen Fischingertal-Gemeinden den Anschlus an die ARA Bachtalen in Möhlin. «Für Schupfart besteht schon der Druck, ihre Kläranlage möglichst schnell zu ersetzen», sagt Jörg Kaufmann von der Abteilung Umwelt des Departementes für Bau, Verkehr und Umwelt. Wegen des gescheiterten Zusammenschlussprojektes nehme der Druck auf die Gemeinde aber nicht zu. «Wir lassen Schupfart auch weiterhin Spielraum, um die beste Lösung auszuarbeiten», sagt Kaufmann.

Fehlende Ersatzteile in Wallbach

Doch nicht nur bei der Kläranlage in Schupfart, auch bei derjenigen in Wallbach drängt die Zeit. «Wenn es in Wallbach zu einer Havarie kommt, ist es nicht sicher, ob diese ohne grösseren Finanzaufwand behoben werden kann», sagte Deubelbeiss. Grund dafür sind die Ersatzteile, die teilweise nicht mehr erhältlich sind. Deshalb müsste im Falle einer Havarie anstelle des Ersatzteils gleich die ganze Komponente ausgetauscht werden – und das könnte ins Geld gehen. «Es ist schade, wenn man eine Investition machen müsste, die später vielleicht verloren ist», sagte Deubelbeiss. Momentan sei die Situation schon festgefahren, sagt er. Trotzdem hofft Deubelbeiss, bis Ende Jahr gemeinsam mit allen Interessengruppen eine definitive Lösung gefunden zu haben.