Regina Erb

Vorstandsmitglieder des Vereins Tierschutz beider Basel und Medienvertreter wurden am Samstag vom Nymphensittich Fred mit fröhlichem Gezwitscher empfangen. Im licht-durchfluteten und zweckmässig eingerichteten Heim an der Birsfelderstrasse ist vor kurzem das Igel-Ambulatorium mit grosszügigen Einzelboxen für die Stacheltiere eröffnet worden. Die regionalen Auffangstationen für die Stacheltiere sind bis auf den letzten Platz besetzt, denn nach der Brutzeit werden durch Anfahren oder das Mähen der Wiesen unzählige Igel getötet oder verwundet. Im neuen Igel-Trakt nehmen Fachleute Untersuchungen vor und verordnen Massnahmen für die Rehabilitation.

Mit Fingerspitzengefühl vorgehen

«Beim so genannten Auswildern von Kleintieren aller Art, dem Angewöhnen an ein freies Leben in der Natur, gehen wir mit aller Sorgfalt vor», sagte Jürg Eglin, welcher für ausgesetzte Katzen und deren Babys zuständig ist und eine Ausbildung in Tierpsychologie absolviert hat. Zurzeit ist in der Katzenstube eine Mutter mit ihrem putzmunteren, aber noch winzigen Baby untergebracht. Gefunden wurde das Duo in einem Keller - ausgesetzt, wie so viele andere Tiere auch.

Mahena Heitzmann ist für die Administration im Heim zuständig. Sie weiss über alle Zöglinge genau Bescheid. Seit einem Jahr leitet sie eine Projektgruppe, in welcher ständige Verbesserungen in der Tierhaltung besprochen und auch umgesetzt werden. So wurde unter anderem ein Freigehege für Kaninchen und Meersäuli angelegt. Diese Tiere werden ihr ganzes Leben in der Breite in schönster Harmonie verbringen, sozusagen eine Vorzeigegruppe für die Kundschaft des Heims oder Besucher.

In sämtlichen Abteilungen des Heimes herrscht eine pingelige Ordnung. Die Tiere werden regelmässig untersucht. «Der Tierschutzgesetzgebung sind wir sehr oft schon einen Schritt voraus», sagt die Pflegerin Kathrin Roth. Fortschritte bei total verstörten Tieren sind stets deutlich zu sehen, berichten die Pflegerinnen stolz. Dank der Ausstattung der Gehege mit Kletterstangen, Karton- oder Holzhäuschen und Papier zum Zerreissen oder sich eine Unterlage zurechtzulegen, bleiben die Tiere in Bewegung.

Mehr Tiere und gleicher Bestand

In den Sommerferien wurden 300 Kleintiere in die Obhut der Fachfrauen gebracht, darunter Chinchillas, Meersäuli, Mäuse und Ratten. Die Angestellten sind beinahe rund um die Uhr beschäftigt, denn auch Tiere kennen keinen Feierabend, wenn sie in der Dunkelheit angefahren oder - noch schlimmer - von ihren bisherigen Besitzern ganz einfach aus der Wohnung weggewiesen werden und herumirren. «Zum Glück sind nicht alle Leute abgestumpft und nehmen sich der Kreatur an, betont Béatrice Kirn, Geschäftsleiterin des Tierheims und verantwortlich für 15 Angestellte in zehn Vollzeitstellen sowie vier Auszubildende. Als neueste Einrichtung im Heim stellte sie das Schildiland für Schildkröten vor, das dank Fronarbeit der Angestellten, Vereinsmitgliedern und dem Entgegenkommen der Materiallieferanten zustandegekommen ist.