Versteigerungen Stollensystem

«Zurück in den Stollen» gilt nicht nur für Bergleute

Bergwerkbesitzer Ueli Hohl (Mitte) unterzeichnet den Baurechtsvertrag, beobachtet von VEB-Präsident Hans Reimann (links) und Peter Bircher

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Bergwerkbesitzer Ueli Hohl (Mitte) unterzeichnet den Baurechtsvertrag, beobachtet von VEB-Präsident Hans Reimann (links) und Peter Bircher

In Herznach sollen bedeutende Versteinerungen in einem Teilbereich des Stollensystems gezeigt werden.

In Anlehnung an Astronaut Neil Armstrongs berühmten Jahrhundertsatz kommentierte der Präsident des Vereins Eisen und Bergwerke Herznach (VEB), Hans Reimann, die Unterzeichnung eines Baurechtsvertrages mit «Dies ist ein kleiner Strich von grosser Bedeutung für die Region». In der Tat bildet der Vertrag mit Bergwerkbesitzer Ueli Hohl die Grundlage für das Grossprojekt «Zurück in den Stollen».

Der Baurechtsvertrag zwischen

Ueli Hohl und dem Verein Eisen und Bergwerke stellt eine klare rechtliche Grundlage dar für die Weiterverfolgung des Zieles, die Geschichte des Eisenerzabbaus im oberen Fricktal im Zusammenhang mit der Geologie und der Landschaft bewusster zu machen. Das Bergwerk Herznach galt in den 1940er-Jahren mit bis zu 145 Mitarbeitern als grösster Arbeitgeber in der Region. 1967 musste der Betrieb eingestellt werden, da das Herznacher Eisenerz auf dem Weltmarkt nicht mehr konkurrenzfähig war. Der mächtige Erzsilo - von Beisitzer Ueli Hohl in eine Wohnung sowie vier Gästezimmer und eine Bergwerkstube stilvoll umgebaut - ist ein wichtiger Zeuge der Industrialisierung.

Grossprojekt hat seinen Preis

Ein System von rund 32 Kilometer - heute aus Sicherheitsgründen nicht mehr zugänglichen - Stollen zeugt von der einstigen Abbautätigkeit unter Tag. Der vor fünf Jahren gegründete Verein Eisen und Bergwerke hat als «Kind» von Dreiklang.ch einen Lehrpfad von Wölflinswil nach Herznach und Zeihen realisiert. Im Weitern konnte der rührige Verein eine repräsentative Sammlung von Herznacher Versteinerungen erwerben, die durch Schenkungen weiter aufgewertet worden ist. Fachleute bezeichnen sie «als von europäischer Bedeutung».

Die aus über 1500 Exemplaren bestehende Sammlung soll in einem Teilstück des Hauptstollens der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der Verein hat deshalb von Fachleuten das Projekt «Zurück in den Stollen» ausarbeiten lassen, das im kommenden Jahr realisiert werden soll. Die enormen Sicherheitsmassnahmen haben ihren Preis, was der Kostenvoranschlag von 790 000 Franken zeigt.

Start der Sponsoringkampagne

Dank dem Entgegenkommen von Bergwerkbesitzer Ueli Hohl, der den jetzt unterzeichneten Baurechtsvertrag ermöglicht hat, kann nun das Projekt konkret angepackt werden. So wird nach den Sommerferien eine gross angelegte Sponsoringkampagne gestartet. Notar Benno Studer, der die Verträge ausgearbeitet hat, gab seiner Freude über die Schaffung einer Attraktion in der Region Ausdruck.

Der Verein Eisen und Bergwerke, der das Projekt «Zurück in den Stollen» kürzlich an der Gewerbeschau in Herznach der Öffentlichkeit präsentierte, konnte an diesem Anlass 58 Neumitglieder werben. Der Verein zählt heute über 180 Mitglieder.

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