Zeitmaschine
Zurück zu den Dinosauriern

Unser Leben wird durch ein immer höheres Tempo und extremere Zeitverdichtungen geprägt, so der Zeitforscher Karlheinz Geissler. In einer Projektwoche auf dem alten Zeughausareal in Lenzburg machen sich auch Primarschüler Gedanken zum Thema Zeit und bauen im Rahmen der Ausstellung Nonstop eine Zeitmaschine.

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Aargauer Zeitung

Markus Christen

22 Kinder der ersten bis zur fünften Primarschulklasse aus Lenzburg, Möriken, Niederlenz und Staufen jagen Zeitdiebe. Seit Montag sind sie den fiesen Gaunern auf der Spur, einen der Schurken konnten sie bereits schnappen. Bei ihm haben sie einen Zeitkristall gefunden, ein wichtiges Element, um die Fertigstellung ihrer Zeitmaschine zu gewährleisten.

Die Zeitmaschine ist das Zentrum der Projektwoche in den Hallen des alten Zeughausareals. Die Schüler, die freiwillig ihre erste Ferienwoche dem Projekt des Stapferhauses widmen, basteln konzentriert an Schaltplänen herum, modifizieren alte und mitgebrachte Computertastaturen und besprühen die Verschalungen der Zeitmaschine mit bunten Zeichnungen.

Ausstellung Nonstop

Die Ausstellung Nonstop des Stapferhauses auf dem Zeughausareal in Lenzburg ist jeweils von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, am Donnerstag von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Handy und Uhr werden im Eingangsbereich abgegeben, um in einem Spannungsverhältnis zwischen Lebens- und Zeitmanagement zu verweilen. Gerade zur Ferienzeit bietet das Stapferhaus mit dem Familienticket für 40 Franken eine preiswerte Möglichkeit für einen gedankenanregenden und diskussionswürdigen Zeitvertreib. (mch)

Begleitet werden sie bei ihren Arbeiten von den zwei Mitarbeitern des Stapferhauses Carmen Stirnimann alias Professorin Olga Tempomat und Professor Wilhelm Chaotikus, Roman Jurt. Stirnimann sagt, die Kinder seien mit vollem Enthusiasmus bei der Sache. «Auch wenn das Thema Zeit kompliziert zu sein scheint, die Schüler machen sich doch schon einige Gedanken darüber. Bereits in ihrem Alter spielt die Frage, ob man genug Zeit hat für eine Sache oder nicht, eine wichtige Rolle.» Dies werde deutlich in den Gruppendiskussionen zum Thema, mit denen die Tage während der Projektwoche oft beginnen.

Zurück in die Vergangenheit

Neben dem Bau der Zeitmaschine begeben sich die Schüler auf kleinere Exkursionen. Am Dienstag zum Beispiel war man im Postverteilzentrum Mülligen zu Besuch, wo dafür gesorgt wird, dass Briefe bereits einen Tag nach dem Einwurf bei ihrem Empfänger ankommen. Weitere Ausflugsziele sind das Verkehrshaus in Luzern und die Feuerwehrzentrale in Lenzburg.

Die Schüler selbst schätzen es, dass sie ihren Fantasien während fünf Tagen freien Lauf lassen können. Der neunjährige Urs Wyder, der die verschiedenen Baugruppen im Überblick hat, überlegt sich manchmal noch am Abend zu Hause, welche Funktionen der Zeitmaschine nach Überarbeitung verlangen. Léon Altner, Andri Sandmeier und Jeremy Chavez bearbeiten den Schaltplan der Maschine akribisch, jedes Rädchen hat seinen Platz.

Auf die Frage, wohin die Zeitmaschine sie denn als Erstes bringen soll, antworten die Schüler einhellig. Sie wollen zurück in die Vergangenheit. Lea Wyder zum Beispiel will die Dinosaurier sehen, um zu erfahren, was sich in deren Leben wirklich abgespielt hat.

Auch von den Eltern erhalte sie ein sehr positives Feedback, sagt Carmen Stirnimann. Die Schülerinnen und Schüler kommen jeden Morgen äusserst motiviert zum Zeughausareal und sind jeweils fast ein wenig enttäuscht, wenn der Projekttag schon wieder zu Ende geht. So sagte denn ein Schüler am Mittwoch um 12 Uhr zu seinen Kameraden: «Es ist eigentlich schade, dass wir heute Nachmittag frei haben.»

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