Solothurn

Zum Jubiläumsauftakt stimmte einfach alles

Festgemeinde: Die Schwesterngemeinschaft mit Mutter Schwester Luzia (vorne sitzend), feierte den Jubiläumsbeginn mit Bischof Kurt Koch, Weihbischof Martin Gächter, dem Ordensoberen Ephrem Bucher und Landammann Klaus Fischer. (Bild: Oliver Menge)

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Festgemeinde: Die Schwesterngemeinschaft mit Mutter Schwester Luzia (vorne sitzend), feierte den Jubiläumsbeginn mit Bischof Kurt Koch, Weihbischof Martin Gächter, dem Ordensoberen Ephrem Bucher und Landammann Klaus Fischer. (Bild: Oliver Menge)

Ein sonniger 1.-Mai-Morgen und eine bis auf den letzten Platz gefüllte Klosterkirche – schöner hätte der Auftakt zum 400-Jahr-Jubiläum der Schwesterngemeinschaft des Klosters Namen Jesu nicht ausfallen können.

KATHARINA ARNI-HOWALD

Bei so vielen guten Vorzeichen war es wohl nicht Zufall, dass Bischof Kurt Koch beim Jubiläumsgottesdienst die Dankbarkeit in den Mittelpunkt rückte. Inspiriert wurde er für seine Predigt von einem Tagebuch von Max Frisch, der darin bedauert, dass es keine Instanz und keine Behörde gebe, die - wie die Steuerbehörde - jährlich eine Liste der Dankbarkeit verlange. Also stellte Frisch eine eigene Liste von Dankbarkeiten zusammen, die den Nachbarn im Dorf ebenso einschloss wie die Mutter, den Partner und all die Momente im Leben, die einen glück-lich machen. Dankbarkeit ortete Koch auch im Leben der Schwesterngemeinschaft des Klosters Namen Jesu, das während 400 Jahren im franziskanischen Geist geführt worden sei und von Anfang an mit schwierigen Zeiten zu kämpfen gehabt habe. Angesichts des mangelnden Nachwuchses stünden die Zeichen im Kloster auch heute nicht besonders gut und ausserhalb der Klostermauern mache sich immer mehr Gottlosigkeit breit. «Es fehlt die Leidenschaft für Gott», bedauerte er.

Ort der Einkehr und des Gebets

«Halte deine segnende und schützende Hand auch weiterhin über die Schwestern des Klosters Namen Jesu», betete die Gottesdienstgemeinschaft anschliessend an Bischof Kochs Worte, und die Kirchenoberen erinnerten in der Fürbitte daran, dass die Schwestern nicht nur mit Ordensfrauen und Ordensmännern in der ganzen Welt, sondern auch ganz besonders mit der Stadt Solothurn verbunden seien, zu deren Geschichte sie gehörten. Zu diesen Verbündeten zählten auch die Schwestern und Brüder aus der christkatholischen, der reformierten und der orthodoxen Kirche. Wie andere Klöster sei auch das Kloster Namen Jesu nicht nur ein Ort zum Leben und zum Sterben, sondern heutzutage auch ein Ort der Einkehr und des Gebetes für Suchende.

«Ich weiss, dass die Schwestern im Kloster Namen Jesu auch für die Regierung beten», rühmte Landammann Klaus Fischer in seiner Ansprache das Wirken der Schwestern. Vor allem fasziniere ihn die Offenheit und die Verknüpfung von Tradition und Moderne. «Sogar eine eigene Website besitzt das Kloster Namen Jesu», untermauerte er seine Worte.

«Wir fühlen uns als Solothurnerinnen, eingebettet in eine grössere Gemeinschaft mit zahlreichen Helferinnen und Helfern, die uns Kraft und Mut geben», sagte auch Mutter Sr. Luzia Willi in ihrem Dankeswort.

Ein Apéro vor der Kirche rundete den gelungenen Start ins Jubiläumsjahr ab.

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