Brunnen-Buch

Zum Jubiläum ein Brunnen-Buch

Spannende Lektüre: Stadtrat Gregor Tomasi (links) unterhält sich an der Vernissage mit dem neuen IBB-CEO Eugen Pfiffner über das Buch «Brugger Brunnen». (Louis Probst)

Brunnen Buch

Spannende Lektüre: Stadtrat Gregor Tomasi (links) unterhält sich an der Vernissage mit dem neuen IBB-CEO Eugen Pfiffner über das Buch «Brugger Brunnen». (Louis Probst)

Mit der Erstellung einer Hydrantenanlage hat in Brugg vor genau 125 Jahren das Zeitalter der modernen Hochdruck-Wasserversorgung begonnen. Zu diesem Jubiläum hat jetzt die IBB Holding AG das Buch «Brugger Brunnen» herausgegeben.

Louis Probst

«Brunnen hatten für die Menschheit schon immer eine spezielle Bedeutung - auch wenn sich ihr Zweck im Laufe der Zeit stark verändert hat», meinte Ernst Bühler als Vertreter der IBB Holding AG, bei der Vernissage des Buches «Brugger Brunnen» im Zimmermannhaus. «Wenn früher die Brunnen vorwiegend als Wasserbeschaffungsort dienten und dadurch auch einen hohen sozialen Stellenwert hatten, sind sie heute vor allem Zierde.» Wasser, gab Ernst Bühler zu bedenken, habe als nicht substituierbares Lebensmittel aber auch religiöse und mystische Bedeutung erlangt.

Für die IBB Wasser AG, die Brugg und Umiken mit dem kostbaren Nass versorgt und darüber hinaus mit den Versorgungsnetzen weiterer Gemeinden verbunden ist, stehen allerdings nicht die religiösen oder mystischen Aspekte des Wassers im Vordergrund.

Blick nach vorn - und zurück

«Am Römertag haben wir der Öffentlichkeit unsere zwei modernsten Anlagen der Wasserversorgung vorgestellt», sagte Ernst Bühler: «das Grundwasserpumpwerk Vorhard und die Reservoiranlage Mühlehalde. Dabei konnten sich unsere Kundinnen und Kunden vergewissern, dass die IBB Wasser AG die Versorgungseinrichtungen stets dem neuesten technischen Stand anpasst und der Qualität des Wassers und der Versorgung höchste Aufmerksamkeit schenkt, damit jederzeit, rund um die Uhr und während 365 Tagen im Jahr, genügend einwandfreies Trinkwasser zur Verfügung steht. Mit dem Buch ‹Brugger Brunnen› wollen wir der Bevölkerung jetzt ein Werk anbieten, das über die Geschichte und die Verwendung der verschiedenen Brunnen der Stadt Auskunft gibt. Das Buch bildet damit auch eine Ergänzung zum Werk ‹100 Jahre IBB›.

Anlass für die Herausgabe des Buches «Brugger Brunnen» - für das die Historiker Max Baumann und Titus Meier als Autoren und Paul Bieger als Gestalter gewonnen werden konnten und das bei Brugger Buchhandlungen sowie bei der IBB direkt erhältlich ist - sei das Jubiläum der Brugger Wasserversorgung, betonte Ernst Bühler. Vor ziemlich genau 125 Jahren, am 26. Juni 1884, war mit der Abnahme der Reservoiranlage Bruderhaus in Brugg das Zeitalter der modernen Wasserversorgung definitiv angebrochen. Den Weg dazu geebnet hatte im Herbst 1882 die Gemeindeversammlung mit ihrer Zustimmung zum Erwerb der so genannten Südbahnquellen und zu einem Kredit von 9000 Franken für den Bau von Leitungen.

Brunnen im historischen Kontext

«Wir haben verschiedene Bücher über die Brunnen in anderen Städten angeschaut», erklärte Max Baumann. «In diesen Büchern wird jeweils ein Brunnen nach dem andern dargestellt. Das hat uns aber nicht befriedigt. Wir wollten die Brunnen in ihrem historischen Zusammenhang darstellen. Daraus hat sich ein Lauftext ergeben, in dem die Entwicklung der Brugger Brunnen aufgezeigt wird.»

Unter dem Titel «Brunnen als Wasserspender für den Alltag» befasst sich Max Baumann im ersten Teil des Buches mit der Geschichte der Brugger Wasserversorgung vom Mittelalter bis zum Beschluss der Gemeindeversammlung, eine moderne Wasserversorgung zu erstellen. Im zweiten Teil geht Titus Meier unter dem Titel «Brunnen im Wandel ihrer Bedeutung» auf die Entwicklung der Brunnen und auf ihre verschiedenen Funktionen ein. In den Lauftext des Buches eingebaut sind Boxen zu den einzelnen Brunnen.

Max Baumann: «In diesen Texten wird die Geschichte der Brunnen dargestellt, aber auch auf die Künstler und Steinmetze eingegangen, welche die Brunnen geschaffen haben. Zudem werden Angaben darüber gemacht, woher das Wasser des jeweiligen Brunnens stammt.» Bei der Suche nach Informationen über die Brunnen der Stadt Brugg haben die beiden Autoren vor allem auf die Archive der Stadt und der IBB Holding AG zurückgreifen können. «Eine grosse Hilfe», so Max Baumann, «war aber auch eine Dokumentation der IBB, die von Armin Nyffenegger zusammengestellt worden ist.»

Eine Premiere an der Premiere

«Besonders stolz sind wir auf den ältesten Stadtplan von Brugg, der um 1650 entstanden ist», betonte Max Baumann. «Dieser Plan, der sich ohne Nummerierung im Staatsarchiv Bern befunden hat, wird jetzt im Buch ‹Brugger Brunnen› erstmals veröffentlicht.» Auf diesem Stadtplan sind acht Brunnen eingezeichnet. Auch daraus lässt sich eine Entwicklung ablesen. Denn auf einer Karte im Anhang des Buches sind im ganzen Stadtgebiet insgesamt 67 aktuelle und ehemalige Standorte von Brunnen festgehalten.

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