Zukunft des belgischen Finanzkonzerns Fortis weiter ungewiss

Nein sagt auch dieser Aktionär

Nein sagt auch dieser Aktionär

Die Fortis-Aktionäre haben die Zerschlagung des belgischen Finanzkonzerns in Brüssel abgelehnt und das Unternehmen in ein ungewisses Schicksal gestürzt.

Die Aktionärsversammlung stimmte mit 50,3 Prozent knapp gegen die Veräusserung von Fortis-Teilen an den niederländischen und den belgischen Staat. Die Verstaatlichung in Belgien war Voraussetzung für die geplante Teilveräusserung an die französische Bank BNP Paribas.

Über den Verkauf an BNP Paribas wurde an der Versammlung gar nicht mehr abgestimmt. Dies sei sinnlos, sagte der Fortis-Vorsitzende Jan Michiel Hessels auf der Generalversammlung.

Über den geplanten Verkauf war um die Jahreswende schon die belgische Regierung gestürzt. Das Schicksal des Bank- und Versicherungskonzerns, der zu den grössten des Landes gehört, ist nach dem Votum der Aktionäre weiter ungewiss. Einhellig bemühten sich ein Banksprecher wie auch die Regierung, ein Chaos zu vermeiden.

"Die Sparer und das Personal müssen sich keine Sorgen machen", erklärte belgische Premierminister Herman Van Rompuy in einer ersten Reaktion. Laut Finanzminister Didier Reynders wollte die Regierung noch am Abend über das weitere Vorgehen beraten.

Einige Beobachter gehen aber davon aus, dass die Aktionäre erneut vor Gericht ziehen müssen, um den Verkauf vollständig rückgängig zu machen. Ende 2008 hatte ein Brüsseler Gericht auf Antrag von Kleinaktionären die Zerschlagung des Konzerns auf Eis gelegt. Fortis war zuvor wegen der Finanzkrise in schwere Turbulenzen geraten.

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