Zufiker Oase wird trockengelegt

Das Ehepaar Hegetschweiler hat in Zufikon in seinem privaten Pflegeheim 15 Jahre lang Schwerstkranke gepflegt und in den Tod begleitet. Nun wollen sie den Bettel hinschmeissen, sie haben die Nase voll von der Bürokratie.

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Keystone

Dino Nodari

Wegen des neuen kantonalen Pflegegesetzes: Dem kleinen privaten Pflegeheim Oase in Zufikon droht das Ende. In seiner heute erscheinenden Ausgabe geht der «Beobachter» in einem Artikel auf das Pflegeheim von Erika (67) und René (71) Hegetschweiler in Zufikon ein.

Wie die Zeitschrift schreibt, will das Ehepaar Hegetschweiler nach 15 Jahren nicht um eine neue Betriebsbewilligung für das private Pflegeheim nachsuchen. Das würde das Aus für die Oase, die sieben Mitarbeiter und die fünf todkranken Patienten bedeuten.

«Es macht keinen Sinn mehr»

Auf Anfrage der AZ Freiamt bestätigt Erika Hegetschweiler ihre Frustration und Resignation. «Wenn wir uns nur noch mit administrativen Dingen aufhalten müssen, macht es keinen Sinn mehr.» Damit meint sie das neue kantonale Pflegegesetz, das den administrativen Aufwand massiv erhöhe. Bei den vielen Büroarbeiten würde die Pflege der Patienten auf der Strecke bleiben, ist sie überzeugt.

«Ich hatte fast einen Nervenzusammenbruch, als ich all die Auflagen sah. Und jetzt müssten wir uns auch noch um eine neue Betriebsbewilligung bemühen», sagt Erika Hegetschweiler. Sie ist überzeugt, dass durch das neue Gesetz bloss Geld vernichtet, die Qualität der Pflege jedoch nicht gefördert werde.

Dem Kleinstheim fehlt das Geld

Das Ehepaar Hegetschweiler will nicht um eine neue Betriebsbewilligung nachsuchen, weil sie Praktiker und keine Bürolisten seien. Und um jemanden für das Administrative einzustellen, fehlt dem Kleinstheim das Geld. «Seit 15 Jahren haben wir das Heim ohne Probleme geleitet und jetzt wird von den Behörden alles Mögliche und Unmögliche verlangt», sagt Erika Hegetschweiler. Für ihr Engagement im 5-Betten-Heim in Zufikon hat das Ehepaar sogar den «Freiämter Rotkreuzpreis» erhalten.

Betrieb ohne Bewilligung

Wie lange der Betrieb ohne Bewilligung noch aufrechterhalten werden kann, weiss das Ehepaar nicht. «Wir machen vorderhand einfach weiter wie bisher und sehen dann, was passiert.» Obschon eigentlich bereits im Rentenalter, haben sich die Hegetschweilers keinen Termin fürs Aufhören gesetzt. «Solange es uns gesundheitlich gut geht, wollten wir eigentlich weitermachen mit der Oase», erklärt Erika Hegetschweiler. Sie ist sich jedoch bewusst, dass es äusserst schwierig sein dürfte, Nachfolger zu finden.