Oliver Lutz

«Lucy» ist die Nachfolgerin von «The World's Largest Time­piece». Mit dem kalten Licht der Leuchtstäbe, die fünf Jahre über der Bahnhofstrasse hingen, wurde Zürich nie warm. «Lucy» orientiert sich daher am Lichter-Baldachin, der von 1971 bis 2004 an Zürichs nobler Einkaufsmeile für weihnachtliche Stimmung sorgte. Ähnliche Gefühle möchte die Vereinigung Zürcher Bahnhofstrasse (VZB) ab diesem Winter mit 150000 in Kunststoffkugeln verpackten Leuchtdioden (LED) auslösen. Sie ermöglichen bei niedrigem Stromverbrauch ein warmes Licht.

Das industriell geprägte Testareal in Horgen kontrastiert stark mit dem Ambiente an der Zürcher Bahnhofstrasse. «Wir können die Lichtstränge wegen der Gebäudehöhen nicht in voller Länge testen, trotzdem ist das Areal geeignet», sagt VZB-Präsident Markus Hünig. So habe man nun die Gewissheit, dass die LEDs auch bei Wind und Regen funktionieren. Zufall war die Standortwahl nicht. Kreditkartenanbieterin Swisscard, auf deren Dach die Träger stehen, ist eine Tochtergesellschaft der Credit Suisse. Die Bank finanziert einen Teil der 2,2 Millionen Franken teueren Beleuchtung. Zudem wollte die VZB ausserhalb von Zürich und nicht öffentlich testen.

Wer «Lucy» noch vor der offiziellen Einweihung am 25. November in Aktion erleben will, muss Glück haben. Zwar hängen die Lichterketten noch zwei bis drei Wochen in Horgen. Sie erhellen die Neugasse aber nur, wenn auch Mitglieder des Projektteams vor Ort sind.