Daniel Winter

Mit rund 200 Mitarbeitern reinigt die Zentralwäscherei Zürich (ZWZ) pro Tag bis zu 32 Tonnen Wäsche. Zwei Drittel seines Umsatzes macht der kantonale Betrieb dank drei Hauptkunden: der Stadt Zürich mit seinen beiden Spitälern und den Pflegezentren, dem Universitätsspital Zürich und dem Kantonsspital Winterthur. Und aus diesen drei Hauptkunden sollen nun die neuen Eigentümer der ZWZ werden.

Keine Radikallösung

Der Verkauf sei «ein logischer Entwicklungsschritt», sagte Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (FDP) gestern vor den Medien. Der Kanton Zürich brauche zur Gewährleistung der Wäscheversorgung der Spitäler längerfristig keine eigene Wäscherei mehr. Ihr Kauf durch die drei Hauptkunden sei «für alle beteiligten Partner wirtschaftlich, politisch, sozial und ökologisch sinnvoll».

Der Regierungsrat lege nach der Prüfung verschiedener Optionen «keine Radikallösung» für die ZWZ vor - etwa den Verkauf an den Meistbietenden -, sondern beschreite «den Weg von Zweckmässigkeit und Kontinuität», so Heiniger. Es gehe darum, die Zukunft der ZWZ und deren Arbeitsplätze in der Stadt Zürich, viele davon im Niedriglohnbereich, langfristig zu sichern. Der Kantonsrat wird voraussichtlich Ende dieses Jahres über das Geschäft befinden.

Der Zürcher Stadtrat Robert Neukomm (SP) sprach von einem «fairen Preis für ein gutes Unternehmen». Die Stadt Zürich, das Unispital und das Kantonsspital Winterthur zahlen für die ZWZ nach der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft 8,5 Millionen Franken.

Bei der Unternehmensbewertung resultierte eine Summe von 11 Millionen. Der Regierungsrat gewährt eine Kaufpreisminderung von 2,5 Millionen - und zwar, weil sich die Käufer bereit erklärt haben, dem bisherigen Personal «während fünf Jahren eine Besitzstandwahrung im Hinblick auf Entlöhnung, Kündigungsmodalitäten und Arbeitszeiten zu garantieren». Stadt und Universitätsspital Zürich übernehmen je 40 Prozent der Aktien, das Kantonsspital Winterthur 20 Prozent.

Zürich liberalisiert als letzter Kanton

Andere Kantone haben die Spitalwäscheversorgung bereits vor längerer Zeit liberalisiert. Die ZWZ ist inzwischen die einzige in eine Kantonalverwaltung integrierte Spitalgrosswäscherei in der Schweiz mit einer Quasi-Monopolstellung. Mit dem Verkauf fällt auch im Kanton Zürich der «Wäschezwang». Ab 2012 müssen die öffentlich subventionierten Spitäler nicht mehr zwingend mit der ZWZ zusammenarbeiten, wie Heiniger gestern sagte. Die Zentralwäscherei wird dann ihre Leistungen auf dem freien Markt zu marktüblichen Preisen offerieren müssen.

«Das ‹Limmi› nicht gemassregelt»

Der Regierungsrat geht davon aus, dass «einige Zürcher Spitäler die Wahlfreiheit» nutzen werden. Das Limmattalspital hält sich laut Heiniger schon jetzt nicht mehr an die geltende Abmachung, sei von ihm deswegen aber «nicht gemassregelt» worden.

Konkurrenz droht der ZWZ nicht zuletzt aus dem süddeutschen Raum. Laut Heiniger könne der Zürcher Betrieb aber auch im Vergleich mit Grosswäschereien im Ausland mithalten. Die ZWZ sei zwar «leicht teurer», biete aber eine «höhere Dienstleistungsqualität», wie Wirtschaftlichkeitsanalysen gezeigt hätten. Nach Einschätzung der kantonalen Gesundheitsdirektion wäre die ZWZ auch dann noch überlebensfähig, wenn ihr im schlimmsten Fall 15 Prozent des bisherigen Umsatzes wegbrechen würden.