umfrage

Zürcher leben noch lieber in ihrer Stadt

Note 3,7: Velofahrer fühlen sich in  Zürich überhaupt nicht wohl – sie wünschen sich insbesondere mehr Radwege. mts

velo

Note 3,7: Velofahrer fühlen sich in Zürich überhaupt nicht wohl – sie wünschen sich insbesondere mehr Radwege. mts

98 Prozent geben Bestnoten – Probleme sind Verkehr und Wohnungsnot

Die Stadt Zürich hat für ihre Bevölkerung nichts an Attraktivität eingebüsst: Die Befragten schätzen die Lebensqualität noch besser ein als in den früheren Bevölkerungsbefragungen. Der Verkehr, die Wohnungsmarktsituation und Baustellen werden am häufigsten als Probleme der Stadt genannt. Das sind die Ergebnisse einer telefonischen Umfrage vom März/ April 2009 unter 2501 zufällig ausgewählten Einwohnern. Als positive Aspekte ihrer Stadt nennen die Befragten den öffentlichen Verkehr, die Lage am See sowie das kulturelle Angebot. Überhaupt ist in praktisch allen Bereichen die Zufriedenheit gegenüber 2007 leicht gestiegen. Insbesondere das Sicherheitsempfinden hat sich erneut verbessert.

Massiv teurere Wohnungen

Wie in den Jahren zuvor ist aus Sicht der Betroffenen der Verkehr das grösste Problem der Stadt. Am zweithäufigsten genannt wird neu das Wohnungsproblem. Häufiger genannt werden auch die Baustellen. Weniger problematisch empfinden die Einwohner im Vergleich zu früheren Jahren hingegen Kriminalität, Ausländerfragen, Abfall, Dreck und Schmierereien und Drogen.

Die Zahl der Familienhaushalte in Zürich hat zugenommen und beträgt in der Stichprobe nun über einen Drittel aller Haushalte. 46 Prozent der befragten Familien wohnen in einer 4- oder 41/2-Zimmer-Wohnung. Die meisten wohnen in einer Mietwohnung (62 Prozent). Mit rund einem Fünftel wohnt ein tendenziell steigender Teil in genossenschaftlichen Wohnungen.

Bei den Mietpreisen kann eine deutliche Verlagerung hin zu teureren Wohnungen festgestellt werden. Insbesondere grössere Wohnungen sind spürbar teurer als noch vor sechs Jahren: So muss für eine 4- oder 41/2-Zimmer-Wohnung 2009 durchschnittlich rund 13 Prozent mehr bezahlt werden als 2003. Über alle Wohnungen betrachtet ergibt sich im Schnitt eine Mietpreissteigerung von 18,5 Prozent gegenüber 2003.

Die Zufriedenheit mit Wohnung und Wohnungsumgebung ist gut: Jeweils 77 Prozent beurteilen diese mit einer Note 5 oder 6. Eine eher positive Veränderung der Umgebung sehen die Bewohner des Langstrassenquartiers (Verbesserung der Drogensituation) sowie von Saatlen und Schwamendingen (Verbesserung in den Bereichen von Grünanlagen, Spielplätzen und Schulen). Durch den Verkehrslärm werden vor allem die Quartiere Werd, Langstrasse, Hard und Sihlfeld gestört.

Überfüllte Trams und Bahnen

Bei der Verkehrsmittelnutzung dominiert klar der öffentliche Verkehr: 75 Prozent nutzen Tram, Bus oder Bahn regelmässig (mindestens zweimal die Woche). Das Auto nutzt ein Viertel regelmässig, das Velo rund ein Fünftel. Die Befindlichkeit der verschiedenen Verkehrsteilnehmer ist sehr unterschiedlich: gute Noten (5,4) bekommt der öffentliche Verkehr. Bemängelt wird allerdings, dass Tram, Bahn und Bus oft überfüllt seien.

Bei den Fussgängern ist die Zufriedenheit nur noch genügend (4,7). Noch unzufriedener sind die Autofahrenden (3,9); sie fühlen sich durch Staus behindert und finden das Parkplatzangebot der Stadt zu knapp. Und mit 3,7 geradezu unglücklich sind die Velofahrer. Diese wünschen sich mehr Velowege.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1