Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat bei über 13 000 Messungen von behandeltem Abwasser Spuren von Chemikalien festgestellt. Dies hat das BAFU am Donnerstag bekannt gegeben.

Die Rückstände aus Medikamenten, Kosmetika, Reinigungsmitteln oder Bioziden können bereits bei sehr geringen Konzentrationen schädliche Wirkungen entfalten. So wurde beispielsweise festgestellt, dass hormonaktive Stoffe für die Verweiblichung männlicher Fische verantwortlich sind. Über Abwasserreinigungsanlagen und Fliessgewässer gelangen Mikroverunreinigungen auch in die Seen und ins Grundwasser, wodurch sich die Qualität der Trinkwasserreserven verschlechtert.

Die Chemikalien-Rückstände sind vor allem dort hoch, wo sich grosse ARA befinden, dort wo sich das behandelte Wasser ungenügend verdünnen kann und dort wo die ARA neben einem Gewässer zur Trinkwassergewinnung steht. Dies ist in der Schweiz bei rund 100 ARA von insgesamt über 700 der Fall. Dazu zählen die grössten Anlagen wie auch etwa 90 mittelgrosse Anlagen.

Die Aufrüstung schlägt mit 1,2 Millionen Franken zu Buche. Der Betrieb und die durch den technischen Fortschritt bedingten Anpassungen der Systeme kosten in der Regel rund 1,7 Milliarden Franken pro Jahr. Die jährlichen Gesamtkosten werden mit den aufgerüsteten ARA um etwa 130 Millionen höher ausfallen. (pd/dge)