Zu viele Gläubige! Ein Pfarrer reicht im Ruedertal nicht.

Zu viel Arbeit für nur einen Pfarrer

Zu viel Arbeit für nur einen Pfarrer

Kirchgemeinde Rued sucht neue Mitarbeiter. Ein Pfarrer allein reicht für die vielen Glaubigen nicht mehr aus.

barbara vogt

Der Pfarrer der Reformierten Kirchgemeinde Ruedertal Andreas Dieckow ist krank. Er und seine Familie haben das Pfarrhaus bereits verlassen. «Dieckow stellt sich bei den Erneuerungswahlen im Herbst nicht mehr zur Wahl», sagt Iris Hedinger, Kirchgemeindepräsidentin. Seit 2007 war der Pfarrer im Ruedertal tätig.

Wie es mit der Besetzung der Pfarrstelle weitergeht, ist noch offen. Auf alle Fälle wünscht sich die Kirchgemeinde einen engagierten Pfarrer, der die vielseitigen Bedürfnisse im Tal noch besser abdecken kann: Kinder- und Jugendarbeit, Erwachsenenbildung, Seelsorge, Seniorenarbeit, Gottesdienste, Besuchsdienste. Dies kam auch bei einem kürzlich durchgeführten Informationsabend zum Ausdruck. Die Gemeindeglieder im Tal seien aktiv, so Hedinger.

Landeskirche kennt Nöte

Ein Pfarrer mit einem 100-prozentigen Pensum könne die Arbeit nicht mehr unter einen Hut bringen, sagt die Präsidentin. Deshalb überlegt man sich eine Aufstockung der Pfarrstelle. «Wir können uns vorstellen, einen Pfarrer und einen Sozial-Diakonischen Mitarbeiter mit einem Pensum zwischen 130 und 150 Prozent zu beschäftigen», meint Iris Hedinger. Dies hänge aber noch alles in der Luft: «Zurzeit erarbeitet die Kirchenpflege ein Stellenprofil.»

Die Stellenbesetzung hängt auch von der finanziellen Situation ab. Die Kirchgemeinde Ruedertal hat einen der höchsten Steuerfüsse im Kanton (25 Prozent) und ist auf Finanzausgleich der Aargauischen Landeskirche angewiesen.

«Der Kirchenrat weiss von unseren vielseitigen Bedürfnissen und eher geringen finanziellen Möglichkeiten.» Die Kirchenpflege hofft aber, dass die zusätzlichen Stellenprozente genehmigt werden.

Pfarrer lebt im «Storchen»

Bis die Kirchgemeinde eine Lösung gefunden hat, arbeitet Pfarrer Edi Bolliger aus Buochs zu 80 Prozent im Ruedertal. Er wohnt im Restaurant Storchen. «Dadurch habe ich engen Kontakt zur Bevölkerung. Das ist mir wichtig», sagt er.

Dem Nidwaldner ist die Region bekannt: Seine Mutter stammt aus dem Ruedertal; er übernahm schon einmal eine Stellvertretung in Gontenschwil. Am meisten schätzt Bolliger die Offenheit der Ruedertaler. «Hier wird der Glaube gelebt, ob in der reformierten Kirche oder in den Freikirchen.»

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