Zu viel Müll an der Reuss: Kanton schickt Putzkolonne

Zu viel Müll an der Reuss: Kanton schickt Putzkolonne

Putzkolonne räumt an der Reuss auf

Putzkolonne räumt an der Reuss auf

Weil es zu viel Müll in der Reuss hat, schickt der Kanton einen Putztrupp. Zivildienstler beseitigen beim Rastplatz Werd Rottenschwil den Abfall. Der Kanton prüft weitere Schritte.

Fabian Muster

Zusammengedrückte Bierdosen, PET von leeren Mineralwasserflaschen, diverse Verpackung von Grillwaren: Auch nach diesem Wochenende wiederholte sich das dreckige Schauspiel beim Rastplatz an der Reussbrücke in Werd. Der Müll sammelt sich um den Abfallkübel an. Der Kübel selbst ist völlig überfüllt. Die beiden Brätelstellen sind dagegen vergleichsweise sauber.

Am Montagnachmittag räumen zwei Zivildienstleistende die Sauerei auf. «Wir waren bereits letzten Freitag da, der Müll ist nur vom Wochenende», sagen David Spahn und Raphael Weber, die für den kantonalen Unterhaltsdienst unterwegs sind.

Warum nicht mehr Kübel?

Wieso stellt man nicht einfach mehr Abfallkübel auf? Für Rudolf Osterwalder, Mitarbeiter beim Unterhaltsdienst der Sektion Natur und Landschaft, ist dies nicht sinnvoll. «Mehr Abfallkübel generieren einfach mehr Müll.» Am Rastplatz, der mit dem Auto zugänglich ist, würden dann manche Leute einfach ihren Hausmüll deponieren. Osterwalder relativiert jedoch: Der Abfallkübel in Werd sei nur an schönen Sommertagen wie diesen überfüllt. «Das muss man halt einfach akzeptieren.»

Ein Fortschritt sei zumindest, dass die Besucher ihre Abfälle beim bereits überfüllten Mülleimer deponierten. Sein Vorschlag: Er werde dafür sorgen, dass die Zivildienstler während der Ferienzeit künftig auch am Mittwoch vorbeigehen, um die Abfallkübel zu leeren.

Müll wieder mitnehmen?

Das Problem mit den überfüllten Abfallkübeln ist nicht neu und stellt sich nicht nur in Werd. Der Kanton ist daher nicht untätig geblieben und hat bereits diverse Optionen geprüft, um der Sache Herr zu werden. In Ottenbach sei laut Osterwalder probehalber ein Glascontainer hingestellt worden.

«Das hat aber nicht geklappt. Pizzareste lagen da dann auch drin.» Beim Werder Rastplatz seien schon Abfallsäcke für den Müll bereitgelegen. Auch dies habe nicht funktioniert. Ginge es nach ihm, würde er auf Glas- und PET-Flaschen ein genügend hohes Depot verlangen. «So wie es jetzt geregelt ist, zahlt alles der Steuerzahler.»

Goran Dusej, Leiter Information und Aufsicht bei der Stiftung Reusstal, sieht derweil noch einen anderen Lösungs-
ansatz. «Die Rastplatz-Besucher sollten ihren Müll selbst wieder mit nach Hause nehmen.» Dies müsste auch entsprechend kommuniziert werden. «Diese Idee fand bisher aber leider keinen Anklang», bedauert Dusej.

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