Zu nahe an der Kirche

Dei Überbauungspläne an der Zopfgasse stossen auf Kritik: Grund: Die Einfamilienhäuser würden viel zu nah bei der Kirche gebaut. Nun hagelt es Einsprachen.

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Zu nahe an der Kirche

Zu nahe an der Kirche

Irena Jurinak

Gegen den Bau von 11 Einfamilienhäusern an der Zopfgasse in Othmarsingen regt sich Widerstand. Mehrere Einsprachen sind bis zum Ablauf der Auflagefrist des Baugesuchs eingegangen, wie die Gemeindekanzlei bestätigt. Auch die Kirchgemeinde hat Einsprache eingereicht.

Unter anderem stören sich die Kritiker daran, dass der Abstand der Überbauung zum Friedhof und der Kirche zu klein sei. Aus Anstands- und Pietäts-gründen müsse dort ein angemessener Abstand eingehalten werden, heisst es in einer Mittei-lung, die der Redaktion der AZ zugestellt wurde. «Respektloses Bebauen der anliegenden Parzelle bis 2 Meter an die Friedhofsmauer zerstört das Ortsbild und beeinträchtigt das Gesamtbild der unter Denkmalschutz stehenden Kirche Othmarsingen.»

Von Einsprachen überrascht

Rechtlich ist der in den Plänen eingezeichnete Abstand korrekt, eine Garage – als unbewohnte Anbaute – darf bis 2 Meter nah an die Friedhofsmauer gebaut werden.

Auf Anfrage bestätigt die Bauherrin, die Stadia Gruppe AG aus Aarau, dass man nicht mit einer solchen Reaktion und so vielen Einsprachen gerechnet habe. Man habe das Baugesuch nach den Bauvorschriften und in Absprache mit der Gemeinde eingereicht. Die Bauherrin wird nun die juristische Situation prüfen und dann über das weitere Vorgehen entscheiden. Allenfalls ändere man die Pläne komplett und baue verdichteter.

Die Gemeinde gibt, solange das Verfahren noch läuft, in der Sache keine weiteren Auskünfte.

Ortsbild schützen

Weil Kirche und Friedhof als «empfindliche Umgebung» gelten könnten, beantragen die Einsprecher eine externe Begutachtung des Bauprojektes, um das Ortsbild zu schützen. Unter anderem wird auch kritisiert, dass die Anordnung der Strassen in den Bauplänen eine zu massive Überbauung vor dem Friedhof fördere.

Zudem sei der direkte Einblick aus den Liegenschaften auf den Friedhof und insbesondere das Gemeinschaftsgrab zu vermeiden. Beerdigungen und Urnenbeisetzungen seien sensitive Anlässe. Direkte Einsicht, Zu- und Wegfahren von Autos, Schliessen von Toren und Lärm von Kindern könnten stören.

Weitere Kritikpunkte betreffen die Erschliessung des Baufeldes aus Richtung Chilefeldweg. «Nun ist der Gemeinderat gefordert, geltende Grundlagen und geltendes Recht anzuwenden und umzusetzen. Nur so können wir unser Dorfbild im Bereich der Kirche wahren», sagt einer der Einsprecher.

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