Marcel Ritzmann
«Zu grosse Differenzen»

In der Küche des renommierten Gastrobetriebes «Klösterli» in Pieterlen gibts erneut einen Generationenwechsel. Statt Sohn Marcel steht vorläufig wieder Vater Rudolf Ritzmann am Herd.

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Michael Ritzmann

Michael Ritzmann

Grenchner Tagblatt

Jürg Amsler

Marcel Ritzmann hat sich von seinem Geschäftspartner getrennt und der Küche im Hotel/Restaurant Klösterli in Pieterlen den Rücken gekehrt. So nahm die Partnerschaft, die im Januar 2005 verheissungsvoll begonnen hat, ein abruptes Ende. Francesco Canale (Maître d'hôtel) und Marcel Ritzmann (Küchenchef) übernahmen vor gut vier Jahren gemeinsam die Führung des Hotels/Restaurants Klösterli in Pieterlen. Der Betrieb ist innert kurzer Zeit zu einem Gourmetrestaurant aufgestiegen. In den bedeutendsten Gastroführern der Schweiz wurde das «Klösterli» mit Auszeichnungen bedacht, Tendenz steigend. Noch letzten Herbst sah es aus, als ob kein Haar in der Suppe zu finden sei. Doch diese ist in diesem Frühjahr gehörig deutlich versalzen worden.

Der 31-jährige Punktekoch und Küchenchef Marcel Ritzmann wollte mehr, fühlte sich mit seinen Ideen allein gelassen. Seis in Bezug auf die künftige Ausrichtung oder auf das bevorstehende Jubiläum im nächsten Jahr. 2010 ist das «Klösterli» genau 25 Jahre im Besitz von Sophie und Rudolf Ritzmann.

Unüberwindbare Konflikte

Gesundheitliche und persönliche Probleme des ehrgeizigen Küchenchefs sowie familiäre Unstimmigkeiten liessen schliesslich den Topf überkochen. Marcel Ritzmann spricht von einem Generationenkonflikt, Francesco Canale von einem selbst gewählten Abgang: «Marcel wollte unbedingt weg, und ich liess ihn gehen.» Die Trennung sei korrekt vollzogen und sein Partner «anständig» entschädigt worden, sagt Canale. Er beschönigt nichts: «Ich weiss von den Differenzen innerhalb der Familie, äussere mich aber dazu nicht.» Er sei froh, dass der 65-jährige Vater Ritzmann an den Herd zurückgekehrt sei, obschon das nicht eine Lösung auf Dauer sein könne. «Wichtig ist, dass der Betrieb weiterläuft.»

Marcel Ritzmann will sich erst einmal erholen, Freunde besuchen, Ferien machen. «Ich muss etwas Distanz gewinnen», sagt er und hat berufliche und private Visionen, die er verwirklichen will. Nicht ausschliessen will er, nach ein paar Jahren wieder nach Pieterlen zurückzukehren. Denn eines ist klar: Auch wenn es in der letzten Zeit tüchtig rumort hat, kann und will Marcel Ritzmann nicht verleugnen, dass das «Klösterli» ihm ans Herz gewachsen ist.

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