Zolli ruft zu Spenden auf

Eine Aussenanlage für die Menschenaffen und ein neuer Bereich für die Elefanten: Die Kosten für die beiden Projekte sollen mit Spenden, Stiftungsbeiträgen und Subventionen gedeckt werden.

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Zoo Basel

Zoo Basel

bz Basellandschaftliche Zeitung

Loris Vernarelli

«Zukunftsprojekte - der Zolli ist auf Spenden angewiesen.» Der Titel der gestrigen Medienmitteilung lässt aufhorchen. Steckt das beliebte Ausflugsziel in Geldnöten? Fordert die Wirtschaftskrise ein weiteres Opfer? Muss der Zoologische Garten sparen und geplante Investitionen auf Eis legen? «Nein, keine Angst, dem Zolli geht es gut», versichert Roland Brodmann, Leiter Administration. Und tatsächlich erfreut sich der Zoo Basel bei der Bevölkerung immer grösserer Beliebtheit (siehe Kasten nebenan).

Der soeben erschienene Geschäftsbericht zeigt allerdings, dass auch im Jahr 2008 nur rund zwei Drittel des gesamten Aufwandes mit eigenen Aktivitäten erwirtschaftet werden konnten und der Zoo deshalb weiterhin auf Unterstützung in der Höhe von etwa jährlich fünf Millionen Franken angewiesen ist. Trotzdem möchte Brodmann nichts dramatisieren: «Unserer ist kein Hilferuf, sondern eine Information. Viele Leute sind sich gar nicht bewusst, wie stark wir von unseren Gönnern und Besuchern abhängig sind.»

Besucher-Rekord

Der Besucher-Rekord des Jahres 2008 (knapp 1,7 Millionen Besucher) führte beim Erlös aus Eintritten und Abos dazu, dass erstmals in der Geschichte des Zoos acht Millionen Franken überschritten wurden. Für den Betrieb des Zolli wurden rund 15,3 Millionen Franken benötigt, dem steht ein Betriebsertrag von rund 9,8 Millionen gegenüber. (lv)

«Wir sind immer defizitär»

Kein Hilferuf also, aber ein Aufruf allemal. Denn für zwei anstehende Projekte - eine Menschenaffen-Aussenanlage und eine neue Elefantenanlage - ist die Finanzierung noch nicht gesichert. Doch die beiden Neubauten sind laut Brodmann absolut nötig. Für den Zoo Basel ergibt sich damit eine grosse Herausforderung. In kurzer Zeit müssen für diese Anlagen genügend Mittel gefunden werden.
Diese Ausgangslage ist nicht neu. Im letzten Jahr wurde ein Drittel der Ausgaben durch Spenden, Stiftungsbeiträge, Subventionen und Liegenschaftserträge finanziert. «Ein wissenschaftlich geführter Zoo wie unserer ist immer defizitär», weiss Brodmann. Vor diesem Hintergrund gehe man in Basel sehr sparsam mit den vorhandenen Mitteln um.

Umso mehr schmerzt die Tatsache, dass das Wertschriften-Vermögen infolge der Finanzkrise um rund 13 Prozent geschrumpft ist, was einem Verlust von 6,2 Millionen Franken gleichkommt. Da keine Wertpapiere verkauft worden seien, treffe dem Zolli keine Schuld für das Defizit, erklärt Brodmann, der von reinen Buchverlusten spricht. Ebenfalls mit der Krise im Zusammenhang steht der Rückzug einer Firmenpatenschaft. «Und mit mehr Geld von den KMU werden wir in nächster Zeit wohl kaum rechnen können», sagt der stellvertretende Direktor.

Das gleiche trifft auf die Beiträge der beiden Basel zu. 2008 erhielt der Zolli vom Kanton Basel-Stadt eine Subvention in Höhe von 1,45 Millionen Franken. Baselland unterstützte die Bildungsaufgaben des Zoos mit 110 000 Franken. «Wir sind sehr dankbar für die Beiträge», betont Brodmann. Er weist aber darauf hin, dass der Zoo Basel einer der am schlechtesten subventionierten Tiergärten in Europa sei.

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