Martin Zulauf
«Zivilschützer gehören nicht ans Schützenfest»

Aus Baden werden keine Zivilschützer ans Aarauer Schützenfest geschickt. Wenn schon, dann soll der Kanton das Aufgebot erlassen. Martin Zulauf, Chef Zivilschutzorganisation Region Baden, bekommt in seiner Haltung Schützenhilfe von seinen Zugführern.

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Martin Zulauf

Martin Zulauf

Aargauer Zeitung

«Als Zugführer der Unterstützung (ehemals Pioniere) sind wir nicht einverstanden mit einem möglichen Einsatz des Zivilschutzes am Eidgenössischen Schützenfest in Aarau», erklären Stefan Brand und Patrick Isler. Sie verurteilen auch die Angriffe auf Martin Zulauf als ZSO-Chef. «Ein Verein darf sich nicht das Recht nehmen einen Polizeikommandanten so frontal anzugreifen und seine Kündigung zu fordern», halten Brand und Isler fest. «Dies ist auch für den Amtskollegen aus Döttingen nicht angebracht, umso mehr, als er selber Mitglied des Schützenvereins und somit befangen ist», fügen die beiden Zivilschutz-Zugführer an.

Keine Handlangereinsätze

Da Einsätze mit Steuergeldern finanziert werden, gibt es Richtlinien für die Art und Dauer der Dienstleistungen. «Die Angehörigen des Zivilschutzes erhalten eine fachspezifische Ausbildung für Geräte und Tätigkeiten. Die Mannschaft wird praxisbezogen auf einen Einsatz im Ereignisfall vorbereitet. Obligatorische Einsätze als Handlanger für Vereinsfeste gehören nicht zu unseren Aufgaben», so Brand und Isler. Diese würden dadurch das Bild des Zivilschutzes in der Öffentlichkeit verschlechtern und die Mannschaft frus-trieren. Dienstleistende und Bevölkerung sollen wissen, warum und wofür ein Einsatz geleistet wird. «Dann wird fleissig, sicher und gut gearbeitet, wie es im Ernstfall vom Zivilschutz erwartet wird.»

Wenn der Schützenverein ein eidgenössisches Fest organisiert, dann wäre es seine Sache, das Personal aus den Mitgliedern zu rekrutieren, oder ansonsten die Leistungen einzukaufen. «Dies dürfte beim grössten Schweizer Verein weder personell noch finanziell schwierig sein», meinen die beiden. Es könne jedenfalls nicht Pflicht der Steuerzahler sein, für ein Vereinsfest zu bezahlen.

Brand und Isler erachten es als Ironie, wenn Zivilschutzangehörige, die weder Militärdienst leisten noch Schiesspflicht erfüllen müssen, für die Ausgabe der Munition eingesetzt würden. «Die Mitarbeit an solchen Festen gehört klar nicht zu den Aufgaben des Zivilschutzes.» Brand wie Isler erklären, dass sie aber jederzeit mit Überzeugung Einsätze im Sinn und Zweck des Zivilschutzes leisten. (-rr-)