«Zivilschützer lieber motivieren»

«Zivilschützer lieber motivieren»

«Zivilschützer lieber motivieren»

Der Badener Zivilschutzkommandant verweigert den Dienst seiner Mannschaft am Eidgenössischen Schützenfest diesen Sommer in der Region Aarau. Er ist bereit, die rechtlichen Konsequenzen zu tragen: Der Kanton will die Einsätze durchsetzen, um ein Präjudiz zu verhindern. Der Brugger Kommandant ist wegen des Aufgebots zurückgetreten. Während dreier Tage am Schützenfest hilft die Zivilschutzorganisation (ZSO) Aare. Kommandant Adrian Bühler nimmt Stellung.

Herr Bühler, demissionieren Sie jetzt auch als ZSO-Kommandant?

Adrian Bühler: Ja, Ende Jahr – aber nicht wegen des Schützenfests, sondern wegen der Altersguillotine. Ich werde 40, meine Dienstpflicht erlischt.

Finden Sie nicht, dass der Kanton auf die Befehlsverweigerung überreagiert?

Bühler: Ich finde es den falschen Weg. Der Kanton sollte lieber in Zusammenarbeit mit den Kommandanten die Zivilschützer zum Einsatz motivieren. Demotivierte Leute vermitteln ein falsches Bild vom Zivilschutz.

Ist das Schützenfest in der Region Aarau für den Zivilschutz der Region Aarau eine Ehrensache?

Bühler: Das ist mit ein Grund, warum das Schützenfest auf unserem Jahresprogramm steht. Wir haben schon am Jodlerfest und am Schwingfest mitgeholfen. Bei der ZSO Aare ist der Einsatz kein Diskussionsthema, sondern ein Befehl vom Kanton. Und wir wissen schon länger, dass es uns treffen wird, unsere Zivilschützer wurden im Juni 2009 informiert. Nur der Zeitpunkt rund um den Maienzug und die Sommerferien ist etwas schwierig für meine Mannschaft.

Wofür ist die ZSO Aare am Schützenfest verantwortlich?

Bühler: Wir haben drei Aufgaben. Der Haupteinsatz ist am offiziellen Tag in Aarau, wo wir die logistischen Arbeiten unterstützen. Zweitens sind wir an verschiedenen Aussenständen tätig, machen zum Beispiel die Verkehrseinweisung. Und wir sind drittens für die Verpflegung sämtlicher Zivilschützer vor Ort zuständig. Insgesamt leistet die ZSO Aare 350 Manntage. (trö)

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