Zivilklage gegen Niederrohrdorf

Forderung wegen Tod nach Verhaftung eines Mannes im Herbst 2007 in Fislisbach

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Strafrechtlich ist der tragische Fall seit einem halben Jahr erledigt: Zwei Polizisten der Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal sind am 2.Dezember 2009 vor Bezirksgericht Baden vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen worden. Sie waren beschuldigt worden, für den Erstickungstod eines 41-jährigen Mannes bei dessen Verhaftung am 11.September 2007 verantwortlich zu sein.

Zivilforderung gegen Gemeinde

Jetzt muss sich das Bezirksgericht Baden noch zivilrechtlich mit dem Fall auseinandersetzen, wie das «Regionaljournal Aargau-Solothurn» von Radio DRS berichtet. Die Familie des Verstorbenen verlangt von der Gemeinde Niederrohrdorf Schadenersatz und Genugtuung.

Begründet wird dieses Begehren mit der ungenügenden Ausbildung der Polizisten. Sie hätten sich bei der Verhaftung falsch verhalten und das hätte letztlich zum Tod des 41-jährigen, psychisch angeschlagenen Mannes bei dessen Verhaftung im Herbst 2007 geführt.

Polizisten nicht explizit informiert

Tatsächlich war im Dezember 2009 auch das Bezirksgericht Baden zum Schluss gekommen, der Mann sei bei seiner Verhaftung deshalb verstorben, weil die beiden Polizisten über die Möglichkeit eines lagebedingten Erstickungstodes nicht explizit informiert gewesen seien. Bezirksgerichtspräsidentin Andrea Staubli hatte diesen Umstand ihrer Urteilsbegründung entsprechen scharf kritisiert. Die Angehörigen des Opfers stellen sich nun auf den Standpunkt, wenn die Gemeinden schon für die mangelnde Ausbildung der Polizisten verantwortlich seien, müssten sie auch für deren Folgen haften. Zur Höhe der Entschädigungsforderungen will sich zurzeit noch niemand äussern. Max Meier, Vizeammann von Niederrohrdorf, klassifizierte sie gegenüber dem «Regionaljournal» als «jenseits». (to)

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