«Ziel ist es, den Dorfladen zu erhalten»

Der Umsatz geht seit einigen Jahren zurück. Die Zukunft des Volg-Ladens in Böttstein ist ungewiss – jetzt droht sogar die Schliessung. Die ausserordentliche Generalversammlung der Konsumgenossenschaft entscheidet über das weitere Vorgehen.

Drucken
Teilen
Volg Böttstein

Volg Böttstein

Aargauer Zeitung

Michael Hunziker

Um den Volg-Laden in Böttstein steht es nicht zum Besten. Seit einigen Jahren geht der Umsatz zurück. Die betriebsnotwendigen Abschreibungen konnten nur knapp oder gar nicht erfüllt werden. Anders gesagt: Der Laden zehrte von der Substanz. «Das Einkaufsverhalten hat sich verändert, gleichzeitig haben die Anforderungen und Auflagen zugenommen», sagt Peter Ming, Präsident der Volg-Konsumgenossenschaft Böttstein. «Nur dank dem grossen Einsatz des ganzen Teams konnten wir uns bis heute über Wasser halten.»

Investitionen von 100 000 Franken

Ausgerechnet in dieser schwierigen Lage kommt die Forderung der Volg Konsumwaren AG: Der Laden in Böttstein soll angepasst werden. Das Konzept steht unter dem Titel «Neue Volg Laden Generation». Peter Ming räumt ein: «Wir wurden frühzeitig auf die Absichten aufmerksam gemacht. Sie sind schon länger ein Thema.» Für das Vorhaben hat der Präsident sogar ein gewisses Verständnis. «Volg hat ein Image, das gepflegt sein will.»

Allerdings ist der Schritt mit Neuinvestitionen von rund 100 000 Franken verbunden. Geld, das nicht zur Verfügung steht. Die Konsequenz: Wird nicht auf das neue Konzept umgestellt, darf der Laden nicht mehr unter dem Namen Volg geführt werden.

V erschiedene Möglichkeiten

Zur Diskussion stehen verschiedene Möglichkeiten: Wird die Summe von 100 000 Franken aufgebracht, könnte der Laden auf das neue Konzept umgestellt und unter dem Namen Volg weitergeführt werden. Denkbar sind auch das Geschäftsmodell «frisch - nah - günstig» oder die Übernahme des Ladens durch die Detailhandels AG von Volg. Diese beiden Alternativen sind laut Ming aber ebenfalls mit beträchtlichen Investitionen verbunden.

Eine Ladenschliessung ist nach Ansicht der Konsumgenossenschaft nur dann zu wählen, wenn sich alles andere als nicht realisierbar und tragfähig herausstellen sollte. «Das oberste Ziel der Konsumgenossenschaft ist es, den Dorfladen zu erhalten», hält Präsident Ming fest. Er erinnert daran, dass die Geschichte des Ladens im letzten Jahrhundert in nicht einfachen Zeiten begann. 2005 wurde die Lokalität im Rahmen des 100-Jahr-Jubiläums umgebaut und moderner gestaltet.

Weichenstellung Ende Monat

An einer Informationsveranstaltung am Freitag, 30. Oktober, wird der Vorstand der Volg-Konsumgenossenschaft Böttstein auf die Möglichkeiten eingehen. Im Anschluss gibt die ausserordentliche Generalversammlung den zukünftigen Weg vor, entscheidet, ob der Laden erhalten bleibt, und genehmigt allenfalls ein neues Konzept.

«Die ganze Bevölkerung ist eingeladen. Wir wollen abklären, ob das Dorf hinter dem Laden steht, wollen spüren, ob ein Rückhalt vorhanden ist», sagt Ming. «Alles steht und fällt mit der Solidarität gegenüber dem Laden und dem Team.» Die Rede ist von einer Vollzeitstelle und drei Teilzeitstellen.

Auch wenn der Verlust des Ladens mit der Post Einfluss auf die Lebensqualität in Böttstein hätte: Ming macht sich keine Illusionen. «Wir können niemandem vorschreiben, bei uns einzukaufen. Wir bitten die Bevölkerung einfach darum, die Gewohnheiten zu überdenken und zu prüfen, ob nicht das eine oder andere Mal der Dorfladen berücksichtigt werden kann.» Der Vorstand unterbreite Vorschläge, lasse den Entscheid aber offen, meint Ming. «Ist das Interesse am Dorfladen marginal, müssen wir loslassen.»

Informationsveranstaltung Freitag, 30. Oktober, 19 Uhr, Schloss Böttstein; im Anschluss ausserordentliche Generalversammlung; Nichtmitglieder sind als Gäste willkommen.

Aktuelle Nachrichten