Zetzwil murrt: Post soll in den Dorfladen zügeln

Seit Montag muss man in Dürrenäsch seine Briefe im Volg aufgeben. Letzte Woche entschied sich die Post auch in Zetzwil für eine Agentur, der Gemeinderat ist dagegen. In Oberkulm einigte man sich einvernehmlich.

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Post Volg

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Aargauer Zeitung

Irena Jurinak

Die Post habe die Gegenvorschläge der Gemeinde ungenügend gewürdigt, wehrt sich der Gemeinderat in Zetzwil. Letzte Woche informierte die Schweizerische Post die Einwohner darüber, dass man sich für eine Agenturlösung entschieden habe.

Auf dem Infoflyer steht auch, dass der Gemeinderat dagegen sei. Die Schliessung laufe den Bemühungen um eine Steigerung der Attraktivität des Dorfes zuwider. Die Post trage durch ihre Unternehmenspolitik selber die Verantwortung für die prekäre Situation zahlreicher Filialen.

Die Post argumentiert, man habe in der Filiale Zetzwil von 2004 bis 2008 bei den Einzahlungen einen Rückgang von 17 Prozent verzeichnet, bei den Paketen über acht Prozent, bei den Briefen rund viereinhalb Prozent. Die Gemeinde hat 30 Tage Zeit bei der unabhängigen Kommission Poststellen Einsprache zu erheben.

Petition änderte nichts

Auch Dürrenäsch wehrte sich vor rund einem halben Jahr gegen die Schliessung der Postfiliale. Die unabhängige Kommission Poststellen lehnte die Einsprache des Gemeinderates ab, auch eine Petition mit 800 Unterschriften änderte nichts am Entscheid.

7 von 10 Postfilialen werden Agenturen

10 Postellen in der Region werden von der Post überprüft. Auenstein und Biberstein haben seit Juni Agenturen, Dürrenäsch seit gestern. In Erlinsbach AG, Oberkulm und Reitnau ist die Agentur ebenfalls beschlossen. In Zetzwil entschied die Post für eine Agentur, der Gemeinderat ist dagegen. In Hallwil und Schmiedrued-Walde hat die Post noch nicht entschieden. In Hirschthal bleibt die Filiale offen. (ju)

Seit Montag muss man in Dürrenäsch seine Briefe im Volg aufgeben und kann Einzahlungen nur noch mit der Postcard machen. Die Postfächer sind neu vor dem Volg platziert. Armin Haustein von der Schweizerischen Post unterstützt die Mitarbeitenden des Volgladens diese Woche. «Wir sind noch ein bisschen nervös», sagt Dora Gygax, Filialleiterin. Briefe und Pakete frankieren die Kunden selber und bezahlen diese an der Kasse. Einzahlungen müssen die Volgmitarbeitenden mittels Code genehmigen. Der Dürrenäscher Hans Moser findet es schade, dass die Postfiliale geschlossen wurde, auch wenn die Öffnungszeiten nun wieder besser seien.

Kein Protest in Oberkulm

In Oberkulm einigten sich Post und Gemeinderat auf die Einrichtung einer Agentur, wie letzte Woche bekannt gegeben wurde. «Wir haben uns für einen gut Schweizerischen Kompromiss eingesetzt», sagt Gemeindeammann Martin Widmer, «eine ersatzlose Schliessung kam nicht in Frage.» Er rechnete sich kaum Chancen aus bei einem Rekurs. Da die Agentur in die neue, grössere Volgfiliale integriert wird, bleibt die Post Oberkulm noch bis Herbst nächsten Jahres offen.

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