Zeit wieder reif für eine Sanierung

Das Salzhaus in Wangen a/A hat wieder eine Sanierung nötig. Abklärungen wegen des Notausganges für den Theoriesaal der Transporttruppen verzögerten die Planung dafür. Jetzt hat der Gemeinderat 50 000 Franken für eine Projektstudie bewilligt.

Merken
Drucken
Teilen
05_oag_salzhaus_dsc.jpg

05_oag_salzhaus_dsc.jpg

Berner Rundschau

Jürg Rettenmund

Bereits seit November 2007 ist in Wangen an der Aare ein Ausschuss daran, die Sanierung des Salzhauses vorzubereiten. Seither blieb es still um das auch regional bekannte Veranstaltungslokal. Das habe nichts damit zu tun, dass das Vorhaben besonders komplex wäre oder der Ausschuss unter dem Vorsitz von Gemeinderat Ulrich Lüthi (SVP, Ressort Volkswirtschaft) langsam gearbeitet hätte, erklärt Gemeindeschreiber Peter Bühler auf Anfrage. Vielmehr habe eine Detailfrage vorgängig abgeklärt werden müssen.

Diese betrifft den Theoriesaal zur Kaserne der Transporttruppen im Obergeschoss: Dieser entspricht nicht den Brandschutzvorschriften, weil die als Notausgang dienende Notrutsche heute nicht mehr zugelassen ist. Jetzt sind die Abklärungen so weit, dass sowohl Denkmalpflege wie Gebäudeversicherung zu zwei möglichen Lösungen grundsätzlich Ja gesagt haben.

Als nächstes sollen nun um diese beiden Varianten herum Sanierungsmassnahmen geprüft und ein Nutzungskonzept ausgearbeitet werden. Für eine entsprechende Projektstudie hat der Gemeinderat einen Planungskredit von 50 000 Franken gesprochen und das Architekturbüro Galli + Siegenthaler Bauplanungen AG in Obergerlafingen mit der Ausführung beauftragt.

Seit 1979 Mehrzweckgebäude

Das Salzhaus in Wangen ist alt. 1775 wurde es gebaut. In den Jahren 1977 bis 1979 wurde es umfassend saniert und zu einem Mehrzweckgebäude umgebaut. Als Veranstaltungsort bekannt ist vor allem die Halle im Erdgeschoss. Sie dient zwar während der Woche in erster Linie den Transporttruppen, die in der benachbarten Kaserne im Städtchen untergebracht sind, wird aber auch von den Wangener Vereinen genutzt und ist ein beliebter regionaler Veranstaltungsort.

Nach 30 Jahren haben jedoch gewisse Einrichtungen ihre Lebensdauer langsam erreicht. Zudem entsprechen verschiedene betriebliche Abläufe nicht mehr den heutigen Anforderungen. Betroffen sind etwa die Küche und die Heizung.

Grundsätzlich erwarte der Gemeinderat keine umwälzenden Neuerungen, erklärt Bühler. Auch die kleine Ausstellung des Museums im Dachgeschoss könne nach heutigem Kenntnisstand dort bleiben. Hingegen sei der Aussschuss mit Vertretern der Dorfvereine zusammengesessen, um in Hinblick auf die Sanierung die heutigen und künftigen Bedürfnisse abzuklären. Vom Militär habe die Gemeinde die Zusicherung, dass es im Städtchen bleiben will. Hingegen werde angestrebt, die Mietverträge für die Kaserne und das Salzhaus hinsichtlich der Vertragsdauer zu vereinheitlichen.

Noch kein Zeitplan

Das Ziel der Sanierung ist es nach wie vor, eine längerfristige kostenneutrale Nutzung des Salzhauses zu ermöglichen. So formulierte es der Gemeinderat im November 2007. Das Ziel müsse mindestens sein, dass der Betrieb kostendeckend sei, präzisiert Gemeindeschreiber Bühler. Wünschbar wäre, dass auch die Amortisation finanziert werden kann.

Mit dem Planungskredit hat der Gemeinderat nach den erwähnten Vorabklärungen den Startschuss zur Sanierung gegeben. Noch ist vieles offen. So steht nicht einmal fest, bis wann das Architekturbüro Galli + Siegenthaler seine Projektstudie abgeben wird, die auch einen Terminplan umfassen soll. Dies ist Thema einer ersten Sitzung zwischen dem Ausschuss und den Architekten, die demnächst stattfinden soll.