Flugunglück Tripolis

Zehnjähriger Knabe einziger Überlebender des Flugzeugabsturzes

Die Unglücksstelle in Tripolis nach dem Absturz

Die Unglücksstelle in Tripolis nach dem Absturz

Beim Absturz eines Flugzeuges der libyschen Fluggesellschaft Afriqiyah Airways sind 103 Menschen ums Leben gekommen. Nur ein zehnjähriger Junge aus den Niederlanden überlebte das Unglück nahe der libyschen Hauptstadt Tripolis.

Der Zustand des Jungen sei stabil, er habe Knochenbrüche und Blutergüsse, sagte ein Mitarbeiter des Al-Sabia-Spitals in Tripolis. Auch Verkehrsminister Mohamed Sidan erklärte, das Kind sei in guter Verfassung.

Die Maschine vom Typ Airbus A330-200 stürzte am Morgen während des Landeanflugs auf ein leeres Gelände am Flughafen, der etwa 25 Kilometer südlich des Stadtzentrums liegt. Der Rumpf des Flugzeugs zerbarst. Die Ursache war zunächst unklar, einen Terroranschlag schlossen die Behörden aus.

Unter den Toten sind nach ersten Angaben niederländischer und libyscher Behörden 61 Holländer, 13 Libyer sowie Staatsbürger Grossbritanniens und Südafrikas. Ein Sprecher der Fluggesellschaft sprach zudem von zwei deutschen Opfern. An Bord waren nach Auskunft der Fluggesellschaft insgesamt 11 libysche Besatzungsmitglieder und 93 Passagiere.

Das Wetter in Tripolis war gut, der Himmel war leicht bewölkt. Weshalb der Pilot die Landebahn dennoch verfehlte, hoffen die Ermittler durch den Flugdatenschreiber und den Stimmenrekorder herauszufinden.

Der Leiter der Rechtsabteilung von Afriqiyah sagte, das Flugzeug sei um 6 Uhr morgens "einen Meter von der Landebahn entfernt" abgestürzt. "Vermutlich starben die Opfer durch den Aufprall, da mir keine Berichte über ein Feuer vorliegen", sagte Saleh Ali Saleh per Telefon. Das Flugzeug sei mit hoher Geschwindigkeit aufgeschlagen.

Sicherheitskräfte am Flughafen teilten jedoch mit, das Flugzeug habe kurz vor der Landung Feuer gefangen. Berichte über technische Defekte bestätigten die libyschen Behörden nicht.

Der niederländische Ministerpräsident Jan Peter Balkenende zeigte sich vor den Medien in Den Haag "geschockt" von den Berichten aus Libyen. Mitarbeiter der Botschaft in Tripolis seien am Flughafen, um Hilfe zu leisten und Informationen zu sammeln. Königin Beatrix sprach den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus.

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