Gericht
Zehn Jahre für Drogendealer

Das Bezirksgericht Zürich verhängt im bisher grössten Aargauer Heroinfall hohe Strafen: Eine türkische Drogenbande hat über 30 Kilogramm Heroin in den Aargau eingeführt. Der Chef der Organisation kassiert nun zehn Jahre Gefängnis. Ein Doppelagent aus Riniken vier Jahre.

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Attila Szenogrady

Der heute 30-jährige Boss der türkischen Organisation wurde am 28. September 2007 in flagranti von der Aargauer Polizei erwischt. Er hielt sich damals um die Mittagszeit in Riniken auf und wollte in einer Garage mit einem Komplizen nicht weniger als 25 Kilogramm hochwertiges Heroin aus einem Personenwagen ausbauen.

Mit dem Kellner ging den Fahndern ein hochkarätiger Drogenchef ins Netz. Am Dienstag stand der teilgeständige Täter vor dem Bezirksgericht Zürich. Dabei kam heraus, dass er bereits vor neun Jahren in Deutschland eine hohe Freiheitsstrafe von acht Jahren erhalten hatte. Schon damals soll er eine beachtliche Menge von Heroin aus der Türkei in die Bundesrepublik eingeführt haben. Nach seiner Haftentlassung nahm er Geschäfte in der Schweiz auf und kassierte im Juli 2007 am Zürcher Obergericht wegen Drogenhandels prompt eine bedingte Freiheitsstrafe von 16 Monaten.

Uneinsichtig

Gemäss dem zuständigen Staatsanwalt Christian Meier handelte es sich beim mit einer Schweizerin verheirateten Hauptangeklagten um einen uneinsichtigen Gewohnheitsverbrecher, der sich den Handel mit harten Drogen zum Lebensinhalt gemacht habe. Der Mann soll zwischen Januar und September 2007 die Einfuhr über 32 Kilogramm Heroin in den Kanton Aargau sowie in das zürcherische Limmattal organisiert haben.

Der vor dem Bezirksgericht Zürich gestellte Strafantrag fiel mit rund zehn Jahren Freiheitsstrafe dementsprechend hart aus. Der Verteidiger setzte sich für Teilfreisprüche sowie eine Strafe von fünf Jahren und acht Monaten ein.

Über zehn Jahre für Boss

In seinem gestern eröffneten Urteil ist das Gericht umfassend den Anträgen der Staatsanwaltschaft gefolgt. Es hat den Angeschuldigten zu einer hohen Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt. Zudem wurde die ehemals bedingte Vorstrafe von 16 Monaten widerrufen und neu für vollziehbar erklärt. Zudem liess das Gericht rund 36 000 Franken des Angeschuldigten sowie seine drei Luxusuhren der Marken Rolex und Quartz einziehen.

Vier Jahre für Aargauer Doppelagenten

Erheblich glimpflicher kam ein zweiter Angeschuldigter davon. Es handelte sich um einen 32-jährigen Türken aus Riniken. Der Kranführer hatte für den Drogenausbau seine Garage zur Verfügung gestellt und kassierte nun dafür vier Jahre Freiheitsstrafe. Allerdings war die Rolle des Aargauer Familienvaters sehr delikat. So hatte er sich zunächst als V-Mann betätigt und die Polizei mit wichtigen Informationen versorgt. Bis er die Seiten wechselte und sich als Doppelagent betätigte. Auch er sitzt seit September 2007 hinter Gittern, sollte aber bereits in einem Jahr wieder freikommen. So hat er bereits 600 Tage der Strafe verbüsst.

Das Bezirksgericht Zürich wird in den kommenden Wochen auch die dritte in Riniken verhaftete Person aburteilen.

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