Zahlreiche chinesische Bergleute bei Minenunglück getötet

Tote werden geborgen

Tote werden geborgen

Im Norden Chinas sind bei einem Grubenunglück in der Nacht zum Sonntag mindestens 74 Bergleute getötet worden. Es war das folgenschwerste Grubenunglück in China seit mehr als einem Jahr.

Die Rettungsarbeiten wurden am Abend eingestellt, nachdem das Krisenzentrum laut Nachrichtenagentur Xinhua erklärt hatte, dass 16 Stunden nach dem Unglück alle Bergleute unter Tage gefunden worden seien. Ungeklärt blieb, warum zuvor noch von mehr als 30 Vermissten die Rede gewesen war.

Insgesamt 436 Bergleute waren laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua unter Tage, als sich um zwei Uhr morgens (Ortszeit) in der Tunlan-Mine in der Provinz Shanxi die Explosion ereignete.

Mehr als 300 Arbeitern gelang es, aus dem Bergwerk zu flüchten. Einige von ihnen erlagen aber später ihren Verletzungen, 113 befanden sich den Angaben zufolge im Spital, unter ihnen 21 Schwerverletzte. Die meisten Arbeiter erlitten eine Kohlenmonoxid-Vergiftung.

Das Bergwerk mit einer Förderkapazität von fünf Millionen Tonnen im Jahr wird laut Xinhua von der Shanxi-Jiaomei-Gruppe betrieben. Es habe als relativ sicherer Betrieb gegolten.

In der Provinz Shanxi waren im Dezember 2007 bei einer Minenexplosion 105 Menschen ums Leben gekommen. Die Provinz ist Chinas grösster Lieferant für Kohle, mit der das Land zwei Drittel seines Energiebedarfs deckt.

Chinas Bergwerke gelten als äusserst gefährlich, 2008 starben bei Unfällen amtlichen Angaben zufolge mehr als 3000 Menschen. Unabhängige Beobachter schätzen jedoch, dass die Zahl der Todesopfer noch deutlich höher liegt.

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