Zahl der Toten nach Erdbeben steigt auf 179

Die Zahl der Toten durch das verheerende Erdbeben in Mittelitalien ist auf 179 gestiegen. 40 Leichen müssten noch identifiziert werden, teilte das Koordinierungszentrum der Rettungsmannschaften in der Abruzzen-Hauptstadt L'Aquila mit.

34 Menschen werden auch mehr als 24 Stunden nach dem Beben der Stärke 5,8 bis 6,2 in den Abruzzen noch vermisst. Etwa 1500 Menschen wurden verletzt, Zehntausende sind obdachlos, weil ihre Häuser eingestürzt sind oder stark beschädigt wurden.

Zahlreiche Nachbeben erschweren die Rettungs- und Bergungsarbeiten rund um L'Aquila. Wie die Nachrichtenagentur ANSA berichtete, hatte eines die Stärke 4,8.

Nach Angaben des Zivilschutzes war es nach dem Hauptbeben in den Abruzzen am Montagmorgen mit einer Stärke zwischen 5,8 und 6,2 eine der heftigsten Erschütterungen. Ein anderes Nachbeben hatte die Stärke 3,6. Über neue Schäden ist bis anhin nichts bekannt.

Regierungschef Silvio Berlusconi hatte am Montag den Notstand ausgerufen. Hotelzimmer und Betten in Zeltlagern stehen den Obdachlosen zur Verfügung.

Zivilschutzchef Guido Bertolaso sagte, die Regierung setzte das Militär für die Kontrolle des Krisengebiets ein. Einige Personen wurden bereits wegen Plünderung in den verwüsteten Gegenden festgenommen. Bertolaso wehrte sich gegen den Vorwurf, Warnungen von Experten missachtet zu haben.

Papst Benedikt XVI. drückte seine tiefe Anteilnahme aus. Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso äusserte sein Beileid. Die Schweiz schickte zwei Beileidstelegramme an Italiens Regierung.

Italien erhielt zahlreiche Hilfsangebote aus aller Welt. Auch die Schweiz bot ihrem Nachbarland bereits am Morgen Hilfe an, wie das EDA mitteilte. Italien habe das Angebot jedoch abgelehnt.

Das Beben war in ganz Mittelitalien zu spüren, von der Adriaküste bis zum Thyrrenischen Meer. Es war das schwerste Beben in Italien seit November 1980. Damals waren in Süden des Landes 2570 Menschen umgekommen.

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