Yves Miller schreibt Geschichte

Historisch: Yves Miller gelang, was erst zum zweiten Mal in der Geschichte ein Schütze schaffte: Der Weininger wiederholte seinen Sieg beim Knabenschiessen. (Fotos: Marco mordasini)

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Historisch: Yves Miller gelang, was erst zum zweiten Mal in der Geschichte ein Schütze schaffte: Der Weininger wiederholte seinen Sieg beim Knabenschiessen. (Fotos: Marco mordasini)

Wie 2006 war Yves Miller aus Weiningen wieder der beste Schütze am Zürcher Knabenschiessen. Mit 32 Punkten gewann er den Ausstich gegen Dominik Denzler aus Nänikon.

Marco Mordasini

Um 11.09 Uhr hatte es Yves Miller geschafft. Der 16-jährige Weininger gewann nach 2006 zum zweiten Mal beim Zürcher Knabenschiessen. In der dreihundertjährigen Geschichte des traditionellen Anlasses gelang dies vorher nur dem Zürcher Otto Horber, im Jahre 1926.

Im Nu stürzte sich eine Meuteschar von Medienvertretern auf den frischgebackenen Sieger. «Dieses Mal war das Interesse noch viel grösser wie vor drei Jahren. Obwohl ich damals als einziger 35 Punkte erreichte», staunte Miller. Genau so ruhig wie zuvor beim Ausstich auf dem Schiessplatz Nr. 33 beantwortete der Lehrling aus Weiningen alle Fragen. «Ich hatte ein gutes Gewehr und mit Roland Senn einen guten Instruktor», meinte Yves Miller strahlend. Trotz guter Vorbereitung hätte er eine gewisse Nervosität gespürt. Vor allem der erste Schuss sei speziell gewesen. Während Miller mit einem 5er eröffnete, konnte der ein Jahr jüngere Dominik Denzler aus Nänikon nur einen 3er vorweisen. Die gesamte Passe über demonstrierte Miller perfekt den Umgang mit Kimme und Korn. Als Mitglied des Schiessportverbands Wettingen-Würenlos trainiert Miller zwei Mal pro Woche mit dem Luftgewehr und der Kleinkaliberwaffe.

«Schiessen ist Faszination pur»

Es war mäuschenstill im Albisgütli, als pünktlich um 11 Uhr der Ausstich begann. «Ich hätte nie auf die Scheibe meines Gegners schauen dürfen, das hätte mich nur noch nervöser gemacht», gibt Miller zu. Unter den vielen Zuschauern weilten auch seine Eltern, die ihrem Sprössling natürlich die Daumen drückten. Allen voran seine Mutter Marie-Thérèse: «Ich war enorm nervös. Jetzt bin ich einfach nur stolz und glücklich.» Auch Weiningens Gemeindepräsident Hanspeter Haug liess sich dieses Spektakel nicht entgehen: «Als ich sah, dass sein Widersacher zwei Weisstreffer hatte, war für mich klar, dass der Sieger nur Yves Miller heissen kann.» In seiner bisherigen Amtszeit kann Hanspeter Haug nun gleich zwei Schützenkönige vorweisen. Auf seine persönlichen Schiessfähigkeiten angesprochen, hält sich der Gemeindepräsident aber bedeckt: «Bisher habe ich nur einmal einen Schützenkranz gewonnen. Aber nicht mit Schiessen, sondern weil ich den Schützen meinen Parkplatz zur Verfügung stellte», scherzte Haug.

«Man merkt, dass er ein Schütze ist», sagt Roland Senn - Millers Instruktor. Er sei beim Schiessen die Ruhe selbst. Dass Yves Miller ein guter Schütze ist, bezweifelt nach dieser Leistung niemand mehr. «Schiessen ist mich für Faszination pur», sagt der neue Albisgütli-Champion.

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