Die Tageszeitung "Le Figaro" berichtete, die Summe könne "nach und nach" steigen, wenn die ganzen Schäden an der Atlantikküste im Westen des Landes begutachtet würden. Die Regierung hatte die Versicherungskonzerne unmittelbar nach dem tödlichen Sturm "Xynthia" aufgefordert, Schadensfälle zügig zu bearbeiten.

Bei dem Unwetter in der Nacht zum Sonntag kamen allein in Frankreich mindestens 52 Menschen ums Leben; auch mitte Woche wurden noch Menschen vermisst. Für Donnerstag waren erste Beisetzungen von Sturmopfern geplant.

In den beiden am schlimmsten betroffenen Ortschaften, L'Aiguillon-sur-Mer und La-Faute-sur-Mer in der Nähe der Hafenstadt La Rochelle, stand das Wasser in den Häusern bis Dienstagabend teils noch 80 Zentimeter hoch.

Rund 22'000 Haushalte waren noch ohne Strom. Die Bauern in der Region sprachen von über 45'000 Hektar überschwemmtem Land. Sie versuchten, so schnell wie möglich die Kadaver der verendeten Tiere von den Feldern zu schaffen, damit sich keine Krankheiten ausbreiten.

Staatschef Nicolas Sarkozy hatte am Montag vor Ort eine gründliche Untersuchung des "unverständlichen Dramas" verlangt. Umweltstaatssekretärin Chantal Jouanno sagte, mehr als 800 Gemeinden an den französischen Küsten lägen unter dem Meeresspiegel.

Der von Sarkozy angekündigte Küstenschutzplan sei auf fünf Jahre angelegt. Einen Kilometer Deich instandzusetzen koste eine Million Euro.