Louis Probst

Selbst die beiden schwarzen Ziegen im Streichelzoo am Eingang zum Expo-Gelände im Geissenschachen scheinen der Eröffnung der regionalen Gewerbeschau Expo Brugg-Windisch entgegenzufiebern. Und sie haben offensichtlich auch bereits die Devise der Regionalen Gewerbeausstellung - die Pflege des Kontaktes - verinnerlicht. Jedenfalls sind sie der Kontaktaufnahme mit dem Dreikäsehoch vor dem Gitter nicht abgeneigt.

Noch dauert es zwar ein Weilchen bis zur offiziellen Eröffnung der Expo 2009. Noch spleisst David Gut von den IBB - die wiederum für das bereits legendäre Eröffnungsspektakel besorgt sind - die letzten Drähtchen, über die dieses noch geheimnisvolle Spektakel ausgelöst werden wird. Doch schon dreht sich ein Karussell. Über dem Freigelände der Ausstellung beginnen sich die köstlichen Düfte von Bratwurst und gebrannten Mandeln zu vermischen. Bruno Leoni dreht an seinem Drehörgeli und strahlt. Langsam, aber stetig stellt sich das Publikum ein. Und im Gastrozelt werden köstliche Häppchen für die Ehrengäste aufgetragen.

Lob von allen und nach allen Seiten

Wo Häppchen sind, sind Ehrengäste, und damit Ansprachen, nicht weit. Nach einem starken Auftakt durch eine Tambourengruppe dankt Peter Trachsel, der OK-Präsident der Expo, und er lobt die Aussteller. «Ihr habt die Chance gepackt», sagt er. «Die Expo ist Marketing von Mensch zu Mensch.» Regierungsrat Alex Hürzeler lobt das Gewerbe. «Die KMU sind die tragenden Säulen der Wirtschaft», betont er. «Sie sind aber auch Garanten für eine attraktive und lebenswerte Region.» Und die Expo sei ein «Ort der Begegnung in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit», stellt er fest. «Kontakte sind wichtig. Die Expo ist eine ideale Plattform.»

Auch der Windischer Gemeindeammann Hanspeter Scheiwiler lobt - «auf Windischer Hoheitsgebiet», wie er betont - das Gewerbe. «Dass sich in einer nicht sehr rosigen Zeit mehr als 170 Aussteller finden, ist fantastisch», betont er. «Das Gewerbe weiss, dass man sich präsentieren muss, und es glaubt daran, dass sich wieder eine positive Entwicklung entfalten wird.»

Auch der Brugger Stadtammann Rolf Alder lobt - in wohlgesetzten Versen - das Gewerbe, aber auch die Ausstellungsmacher. «Die Besucherinnen und Besucher können sich an der Expo von der Stärke des Gewerbes und von seinem Engagement überzeugen», sagt er. «Dieses persönliche Engagement ist eine der wichtigsten Stärken unserer Gesellschaft.»

Peter Bernhard, Präsident und künstlerischer Leiter der Oper Schenkenberg, rührt nicht nur die Werbetrommel für die Freilichtaufführung der «Carmen». Er zaubert, durch den Auftritt der Flamencotänzerin Elena Figini und ihres Begleiters Ricardo Espinosa, auch gleich ein Stück Spanien ins Festzelt im Geissenschachen.

Licht, Ton, Wasser und Tanz

Unterdessen ist es draussen dunkel und damit Zeit für das mit Spannung erwartete Eröffnungsspektakel geworden. Nach einem Konzert von Tambouren und Treichlern ertönt ein Knall, und die riesigen Gasfackeln, die den Weg von der Stränglibrücke bis ins Ausstellungsgelände säumen, beginnen zu leuchten. Zu sphärischen Klängen entfaltet sich ein Wasserspiel, das selbst den vierzehnten Ludwig ergötzt hätte. Fontänen, die in wechselnden Farben erstrahlen, steigen hoch in den Himmel, fallen wieder in sich zusammen, neigen sich elegant seitwärts oder drehen sich in schier endlosen Spiralen. Und vor dieser wundervollen Kulisse tanzen auf der Bühne sechs adrette Damen aus Mariella Farrés Tanzschule zu der Broadway-Melodie «New York, New York». Dann steigen zwei Raketen in den Abendhimmel. Und damit ist die Expo 2009 definitiv eröffnet.