Barbara Heiniger

Der Saal im Kirchgemeindehaus Wyssachen war dekoriert. Die Kirchgemeinde hatte im Rahmen der Besinnungswoche 2009 zum Frauenfrühstück eingeladen. Etwa 80 Frauen liessen sich einige Stunden aus dem Alltag entführen. Am Frühstückstisch lag bei jedem Gedeck eine Karte mit dem Spruch «So viel Zeit muss sein».

Das Thema Zeit gehörte auch in die Ausführungen von Ineke Pluimers. Diesen Sommer war sie drei Monate in Kirgistan im Einsatz und leistete Aufbauarbeit im Rettungsdienst. Dazu bildete sie einheimische Leute aus, welche die gelernten Techniken fortführen sollen. Sie erzählte mit viel Einfühlungsvermögen vom Land, den Menschen sowie der Arbeit. «Manchmal gibt es im Leben Reiseziele, die alle Erwartungen übertreffen», sagte die Referentin. Bereits vor drei Jahren weilte sie in Kirgistan - und damals empfand sie das zentralasiatische Land als staubig und düster. 2009 fuhr sie drei Wochen durch die Gegend und entdeckte paradiesische Flecken. Andererseits bestätigten sich auch die Eindrücke ihres ersten Besuchs.

Bei jenem Projekt, an dem Pluimers mitarbeitete, sind auch andere Schweizer beteiligt. So gibt es ein Ausbildungsprogramm für «Feldscher» - eine Art von Notfallsanitätern. Das Ziel ist, einheimische Lehrer auszubilden, damit sie das Werk fortführen. So sollte dort die Notfallversorgung verbessert werden. In Kirgistan kann es nämlich durchaus geschehen, dass der Ambulanzbus den Weg zum Patienten noch fährt, das Benzin aber ausgeht. Bis wieder «Sprit» im Tank ist, wird es für den Notfall oftmals prekär. Die Menschen in Kirgistan akzeptieren aber solche Probleme.

Ineke Pluimers bekam auch Einblicke in Obdachlosen- und Altersheime. Sie ist überzeugt: Dort muss für die Menschen viel Hilfe geleistet werden. Klar ist: Das Land mit dem bitteren Nachgeschmack hat einen besonderen Platz im Herzen von Pluimers.