Jugendschutz

Wohlen will Jugendschutz mit Alkohol-Testkäufen verbessern

Die Zahl der alkoholisierten Jugendlichen hat auch in Wohlen zugenommen. Deshalb werden in den Wohler Verkaufsstellen künftig Alkohol-Testkäufe durchgeführt.

Fabian Hägler

«In den letzten Jahren hat die Zahl der alkoholisierten Jugendlichen, die wir aufgreifen, klar zugenommen», sagt Marco Veil, Chef der Regionalpolizei Wohlen. Nun handelt die Gemeinde: Auch in Wohlen wird die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen beim Verkauf von Alkohol künftig kontrolliert. Testkäufe von Jugendlichen bei Verkaufsstellen in Wohlen sollen «die Geschäfte für die Problematik sensibilisieren», wie Veil erklärt.

Die Alkohol-Testkäufe in Wohlen werden nach schriftlicher Vorankündigung durchgeführt. Der genaue Zeitpunkt wird nicht bekannt gegeben. «In einer ersten Serie werden sämtliche Verkaufsstellen kontrolliert, danach wird in zwei weiteren Serien gezielt nachgefasst», erläutert Veil das Vorgehen bei den Testkäufen. Verkauft ein Laden Alkohol an Jugendliche, erhält er vorerst einen Verweis. «Im Wiederholungsfall wird eine Anzeige fällig», sagt der Wohler Repol-Chef.

Jugendliche immer begleitet

«Wir haben bisher keine konkreten Hinweise, dass es in Wohlen Verkaufsstellen gibt, wo Alkohol für Jugendliche besonders einfach erhältlich ist», führt Veil aus. Ziel der Testkäufe, bei denen die Jugendlichen geschützt und von Fachpersonen begleitet sind, ist laut einer Mitteilung der Gemeinde die «Entwicklung einer verantwortungsvollen Haltung aller Alkohol verkaufenden Einrichtungen».

Sie sollen mithelfen, «der zunehmenden Problematik des missbräuchlichen Alkoholkonsums unter Jugendlichen entgegenzutreten». Den lokalen Verkaufsstellen stehen bei Bedarf auch Informationsmaterial und fachliche Beratung zur Verfügung.

Breit abgestütztes Projekt

«Alkoholkonsum unter Jugendlichen stellt eine grosse gesellschaftliche Herausforderung dar», hält der Wohler Gemeinderat fest. Die alkoholbedingten gesundheitlichen Schäden seien im Jugendalter besonders ausgeprägt. Gemäss Gesetz dürfte das Problem nicht in diesem Ausmass bestehen. Denn die heute geltenden Bestimmungen sind klar: kein Bier, Wein oder gegorener Most an unter 16-Jährige, keine Alcopops, Spirituosen oder Aperitif-Getränke an unter 18-Jährige.

Im Aargau sind die Gemeinden für das Durchsetzen der Jugendschutzbestimmungen im Gastgewerbegesetz zuständig. Wohlen will mit den Testkäufen das Problem energischer angehen. Getragen wird das Projekt von der Suchtprävention Aargau, dem Kinder- und Jugendwerk des Blauen Kreuzes, der Vereinigung der Aargauer Gemeindepolizeien sowie dem Departement Gesundheit und Soziales.

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