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Wohlen braucht eine neue Eisbahn

Veraltet: Die Wohler Eisbahn ist zwar bei den Nutzern beliebt. Aber ein Neubau ist dringend. (Bild: Jörg Baumann)

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Veraltet: Die Wohler Eisbahn ist zwar bei den Nutzern beliebt. Aber ein Neubau ist dringend. (Bild: Jörg Baumann)

Schluss mit lauen Absichtserklärungen: Nun müssten «Nägel mit Köpfen» her, fordert Urs Meier, Präsident der Genossenschaft Eisbahn in Wohlen. Die Anlage nähert sich rasch ihrem Ablaufdatum.

Jörg Baumann

Fast fünf Jahre steckten die Verwaltungsmitglieder der Genossenschaft Eisbahn in Wohlen in die Grundlagenplanung für die Erneuerung der altersschwachen Anlage. «Nun ist die Zeit gekommen, konkret zu werden», sagt Genossenschaftspräsident Urs Meier. Das Ingenieurbüro BBP Benjamin Bührer & Partner in Meggen liefert die nackten Fakten. Das Büro empfiehlt, in die 1976 als Provisorium erstellte Anlage nur noch so viel Geld wie absolut notwendig in Reparaturen, Servicearbeiten und Unterhalt zu stecken.

Die Zeit drängt

Nur noch fünf Jahre könne die bestehende Anlage so überleben, sagt Meier. Trotz der angespannten Finanzlage sollte die Gemeinde nun handeln. Hoffnung schöpft Meier daraus, dass sich Gemeinderat Matthias Jauslin als Mitglied der Genossenschaftsverwaltung stark für die Vorwärtsstrategie engagiere. Jauslin geht als Finanzminister davon aus, dass der Gemeinderat für die Projektierungsarbeiten für das Schwimmbad und die Eisbahn nächstes Jahr einen Kreditantrag über 250 000 Franken vorlegen werde. Die Mittel dafür seien im Finanzplan eingereiht, sagt Meier.

Ammoniak als Sicherheitsrisiko

Die grösste Sorge Meiers ist die Sicherheit der Anlage. «Es darf auf keinen Fall zu einem Störfall mit austretendem Ammoniak kommen», sagt er. Das Ingenieurbüro BBP legte drei Neubauvarianten vor: eine offene Eisbahn (geschätzte Kosten: 4,5 Mio. Franken), eine offene Eisbahn mit einer Überdachung (7,5 Mio. Franken) und eine geschlossene, klimatisierte Eishalle (9,5 Mio. Franken). Meier tendiert selber weiterhin zu einer offenen Eisbahn. «Denn was gibt es für einen Eisläufer Schöneres, als sich an der frischen Luft zu bewegen?» Er versteht aber auch die Interessen der Eiskunstläufer und Eishockeyclubs, die lieber eine gedeckte Anlage hätten. «Aber wir müssen dabei auch an die hohen Betriebskosten denken», wendet Meier ein. «Für eine Eishalle müsste man eine vollamtliche Betriebsleitung einstellen. Es wäre auch schwierig, die Halle 365 Tage im Jahr zu belegen. Wir sind hier auf dem Land und nicht in der Stadt.»

Schlimmster Fall: Schliessung

Auf keinen Fall will Meier erleben, dass die altersschwache Anlage dereinst geschlossen werden müsste. «Ich möchte nicht der sein, der auf der Eisbahn den Schlüssel zum letzten Mal dreht.» Eine Kommission mit Vertretern der Gemeinde, der Genossenschaft und der Nutzer soll im Januar 2010 ihre Arbeit aufnehmen. Die Tendenz läuft laut Meier auf einen Ideenwettbewerb hinaus, in den das Schwimmbad und die Eisbahn einbezogen würden. Meier denkt an ein gemeinsames Restaurant und an einen einzigen Eingang zu den Anlagen.

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