Heitern
Wo sind die vielen Tiere im Hirschpark?

Der Zofinger Heitern mit seinem Lindengeviert und seinem Hirschpark ist eines der beliebtesten Naherholungsgebiete des Untern Wiggertals. Nun ist den Besuchenden aufgefallen, dass im Gehege kaum noch Tiere anzutreffen sind.

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Heitern

Heitern

Schweiz am Sonntag

Kurt Blum
Der Hirschpark - offiziell Tierpark oder Wildpark geheissen - auf dem Heitern ist ein weit über Zofingen hinaus bekanntes Gehege, dem stets grösste Aufmerksamkeit geschenkt wird. Mit dem Einzug wärmerer Tage fällt den Besucherinnen und Besuchern auf, dass verhältnismässig wenig Tiere zu entdecken sind. Regula Siegwart, Leiterin der städtischen Fachstelle Natur und Landschaft, orientierte auf Anfrage vor Ort über die Hintergründe der Reduzierung des Tierbestands.

Eine kalte Bise zieht über das Gebiet Heitern. Sie scheint die Hirsche im Wildpark Heitern aber nicht sonderlich zu stören. Die Tiere liegen friedlich dösend auf dem Boden oder stehen neugierig vor den Parkbesuchern am Gitter. Die Bestandesreduktion selber ist im Hirschpark Heitern nichts Aussergewöhnliches, erklärt Regula Siegwart. Der Tierbestand muss jedes Jahr reduziert werden, um den Zuwachs durch die Jungtiere auszugleichen. Nunmehr wurde aus Gründen der Naturnähe aber stärker in den Tierbestand eingegriffen als in den vergangenen Jahren. Der schlechte Zustand der Grasnarbe in den Gehegen liess auf einen zu hohen Tierbestand schliessen. Die Vegetation war durch den hohen Frassdruck stets kurz abgefressen oder fehlte stellenweise.

Eine Haltung im Sinne des Tieres: Die Gesellschaft habe eine hohe Sensibilität im Umgang mit dem Tier entwickelt und die Anforderungen an die Tierhaltung in der Landwirtschaft, im privaten Haushalt wie auch in Zoos und Wildparkanlagen seien stetig gestiegen, gibt Regula Siegwart zu bedenken. In vielen Tierparkanlagen seien die tiergerechte Haltung und das Tierwohl prioritäre Ziele. In diesem Sinne würden tendenziell weniger Individuen in grösseren Gehegen gehalten. Zudem sei die Gehegegestaltung für das Wohlbefinden der Tiere wichtig. Tiere in Gefangenschaft fühlten sich dann wohl, wenn sie viele ihrer arttypischen Verhaltensweisen ausüben könnten. Ziel vieler Wildparks sei es, den Besuchern Arten in ihrem natürlichen Lebensraum und mit ihren typischen Verhaltensweisen näherzubringen. Auch die Tierparkkommission Zofingen habe diese Stossrichtung vorgegeben, meint Siegwart.

Naturnahe Hirschgehege: Hirsche ernähren sich von Gräsern, Blättern, Rinde, Knospen und Zweigen (in Zofingen auch noch von den legendären Kastanien und von den ebenso legendären Eicheln ...). Sie verbringen viel Zeit mit der Nahrungsaufnahme und der Verdauung. Ziel der Bestandesreduktion im Wildpark Heitern sei, die Vegetationsentwicklung zu begünstigen. Die Hirsche sollen nur noch aufs Nötigste zugefüttert werden, um das natürliche Äsungsverhalten der Tiere zu fördern. Für die Tierparkkommission ist die erfolgte Bestandesreduktion ein erster Schritt zur naturnahen, vielseitigen und interessanten Gehegegestaltung zugunsten des Tieres, aber auch der vielen Parkbesucher.

Ende 2008 betrug der Bestand im Tierpark Heitern 60 Hirsche, 2 Wildschweine, 4 Mufflons und 12 Truthühner, Gänse usw. - Übrigens: Im Wildschweingehege hat es Nachwuchs gegeben. Die jungen Säuli sind allerliebst.

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