Dies bestätigt Sprecher Martin Wüthrich im "Sonntag". An der Europameisterschaft im eigenen Land waren es 400. Weniger Public Viewings bedeuten auch weniger WC-Häuschen: «Wir spüren die WM praktisch nicht. Uns liegen Offerten nur für cirka 50 WC-Kabinen vor», sagt Erika Koller von der Toiletten-Firma Toi Toi.

«An der Euro 08 waren alle unsere 5500 Kabinen im Einsatz.» In Sachen Merchandising herrscht ebenfalls Ernüchterung: «Im Vergleich zur WM 2006 rechnen wir mit 40 Prozent weniger Umsatz, im Vergleich zur Euro 08 sogar mit 60 Prozent», sagt Hans Rudolf Streiff, Geschäftsführer der Fanartikel-Firma Kurt Hauser im "Sonntag". Für diese WM hat er seinen Kunden, zu denen die grössten Warenhäuser und Sportfachhändler gehören, 70 000 Schweizer Fahnen ausgeliefert - das sind 40 000 weniger als an der Euro.

Hatte Hans Rudolf Streiff an der Euro noch 100 verschiedene Fan-Artikel im Angebot, so sind es dieses Jahr nur noch Fahnen, Schlüsselanhänger, Tattoos und Kappen. Ochsner Sport hat die WM 2010 im Vergleich zur WM 2006 mit 20 Prozent weniger budgetiert. «Den offiziellen Nati-Fan- und WM-Shop mit den Trikots aller Nationen haben wir einen Monat später lanciert», sagt Sprecher Steve Schennach. Der Grund: «Die WM in Südafrika ist zu weit weg, damit eine grosse Euphorie entstehen könnte.»

Und weil die Schweiz an den letzten Endrunden immer dabei war, herrsche eine gewisse Sättigung. «Die meisten Fans haben inzwischen ein Nati-Trikot.» Grossfirmen nutzen die Fussball-Grossanlässe oft, um Fussbälle als Werbegeschenke zu verteilen. Vor zwei Jahren verschenkte die Credit Suisse zum Beispiel 200 000 Fussbälle. «Dieses Jahr ist die Nachfrage im Vergleich zur WM 2006 nur halb so gross», sagt Peter Mucha vom Schweizer Fussballhersteller Tramondi gegenüber dem "Sonntag".