Es ist das erste Mal, dass der seit 1920 jedes Jahr vergebene Marcel-Benoist-Preis an eine Frau geht, wie das Eidgenössiche Departement des Innern (EDI) mitteilte. Im vergangenen Jahr erhielt der Ökonom Ernst Fehr von der Universität Zürich die auch "Schweizer Nobelpreis" genannte Auszeichnung.

Gisou van der Goot konzentriert sich bei ihrer Forschung auf eine Waffe, die Bakterien bei einer Infektion einsetzen: die Herstellung von Giftstoffen, welche bestimmte Funktionen der Wirtszelle beeinflussen, umgehen oder lähmen. Die Forscherin untersucht, wie solche Toxine in Zellen eindringen - und wie sie von diesen bekämpft werden.

Die Arbeiten Gisou van der Goots haben Auswirkungen auf viele Gebiete: Sie tragen zum Beispiel bei zum Verständnis von Krankheiten, die durch eine fehlerhafte Eiweissbildung in der Zelle verursacht werden. Zu diesen Erkrankungen zählen die Mukoviszidose oder die Hyaline Fibromatose.

Auch im Kampf gegen Bioterrorismus sind die Untersuchungen der Preisträgerin von grosser Bedeutung. Im Labor von Gisou van der Goot wird zum Beispiel die Funktionsweise des Anthraxtoxins erforscht. Anthrax hatte durch Anschläge unmittelbar nach den Terrorattacken vom 11. September 2001 traurige Berühmtheit erlangt.

Die Besonderheit von Gisou van der Goots Arbeit liege in ihrem pluridisziplinären Lösungsansatz, schreibt das EDI.