Rauchverbot
Wirte erwarten Rauchverbot mit Unmut - Polizei nimmt's gelassen

Am 1. Mai gilt es ernst mit dem Rauchverbot. Während Limmattaler Polizeichefs kaum Probleme mit der Umstellung erwarten, sagt der Dietiker Hotelier Elio Frapolli: «Wir müssen uns wehren.»

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Ein Raucher drückt seine Zigarette in einem Aschenbecher aus (Archiv)

Ein Raucher drückt seine Zigarette in einem Aschenbecher aus (Archiv)

Keystone

Bettina Hamilton-Irvine

Raucher und Wirte erwarten den Samstag mit Bangen: Dann hat es sich nämlich im ganzen Kanton Zürich in Restaurants, Cafés, Bars und Clubs ausgeraucht. Doch während viele Gastrobetreiber verärgert sind, werden sie sich dem neuen Gesetz wohl oder übel beugen müssen. Auch die Raucher werden sich kooperativ zeigen - das erwartet auf jeden Fall die Polizei im Limmattal.

«Wir rechnen mit keinen grossen Problemen», sagt Marco Weissenbrunner, Polizeichef der Stadtpolizei Schlieren. «Ich denke, die Leute wissen, was sie erwartet und werden sich an die Regeln halten.»

Keine «Beizen-Patrouille»

Die Polizei werde sporadische Kontrollen vornehmen und selbstverständlich auf Anzeigen reagieren, so Weissenbrunner. Doch: «Wir werden sicher keine spezielle ‹Beizen-Patrouille› bereitstellen.»
Ähnlich sieht es in Dietikon aus.

«Gezielte Kontrollen sind keine vorgesehen», sagt Thomas Winkelmann, Leiter der Sicherheits- und Gesundheitsabteilung. Doch man werde im Rahmen der normalen Polizeitätigkeit Verstössen nachgehen, sagt Winkelmann, und fügt an: «Immer jedoch mit Augenmass und Verhältnismässigkeit gegenüber den anderen Aufgaben.»

Wer nach dem 1. Mai mit einer brennenden Zigarette in einem Gastronomiebetrieb erwischt wird, muss mit einer Busse rechnen. Bei einem leichten Verstoss kostet das 80 Franken für den rauchenden Gast sowie für den Wirt. Im Wiederholungsfall wird die Busse jedoch massiv teurer - und dem Wirt kann sogar der Entzug des Patents drohen.
Insgesamt rechnet Polizeichef Weissenbrunner jedoch mit keinem grossen Zusatzaufwand für seine Leute. «Wir sehen dem Rauchverbot gelassen entgegen», sagt er.

«Mein Souverän ist der Gast»

Etwas weniger gelassen sind viele der Limmattaler Wirte. «Der Gastronomie werden immer mehr Aufsichtspflichten und Aufgaben des Staates aufgebürdet», sagt Elio Frapolli, Inhaber und Geschäftsführer des Hotels Sommerau Ticino in Dietikon.

Für Frapolli, der sich selber als Nichtraucher beziehungsweise Freizeit-Zigarrenraucher bezeichnet, stellt das Rauchverbot «eine Entmündigung des Bürgers» dar, durch die auch die Selbstbestimmung des Unternehmers immer mehr beschnitten werde. «Mein Souverän ist der Gast und sollte nicht der Staat sein», betont er.

Frapolli, der sich im Vorstand des Gastgewerbeverbands für die Bezirke Zürich und Dietikon für eine Liberalisierung des Gesetzes starkgemacht hat, plädiert für Verständnis und Toleranz, wie er sagt: «Wir müssen uns nicht nur von Gastronomieseite her gegen die Beschneidung unserer Bürgerrechte und des Unternehmertums wehren, sonst werden wir immer mehr fremdbestimmt.»

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