Wird aus dem gefallenen Mammutbaum Kunst?

Zersägt in fünf Meter lange Stücke, liegt der am Montag umgestürzte Mammutbaum neben dem Murianer Roth-Haus. Die Äste werden in der Schnitzelheizung verbrannt, was mit dem Holz geschieht, entscheidet die Pflegi Muri erst später. Künstler interssieren sich fürs Holz.

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Mammutbaum wird nicht verbrannt

Mammutbaum wird nicht verbrannt

Aargauer Zeitung

Fabian Hägler

«Ich hätte sehr gern eine Scheibe des Mammutbaums», schmunzelt Peter Balmer. Zusammen mit seiner Frau ist er aus Seengen nach Muri gefahren, um die Reste des umgestürzten Riesen zu sehen. «In meinem Garten steht auch ein solcher Mammutbaum, er ist gegen 30 Jahre alt und rund 16 Meter hoch», sagt Balmer. Die riesigen Bäume faszinieren ihn, in den amerikanischen Rocky Mountains hat Balmer selber den grössten Mammutbaum der Welt gesehen, mit einem eindrücklichen Stammdurchmesser von elf Metern.

Nur die Äste werden verbrannt

Peter Balmer ist nicht der Einzige, der sich für das Mammutbaumholz interessiert. «Wir haben schon mehrere Anrufe von Holzschnitzern und Künstlern, die gern einen Teil des Stamms bearbeiten möchten», erklärt Pflegi-Muri-Direktor Thomas Wernli. Vorerst würden die Anfragen gesammelt, erst später will die Pflegi-Leitung entscheiden, was mit dem Holz geschehen sollt. «Verbrannt wird der Baum aber nicht», dementiert Wernli entsprechende Medienberichte. Nur die Äste, die schon entfernt wurden, würden in der Holzschnitzelheizung verfeuert.

Wernli ergänzt, der frei liegende Wurzelstock des Baumes werde bis September im PflegiPark bleiben. «Momentan kommen täglich viele Leute vorbei, schauen sich den Stock an, steigen darauf und machen Fotos», sagt der Pflegi-Direktor.

Pilzbefall nicht sichtbar

Inzwischen ist auch klar, wie sehr der Mammutbaum durch Pilzbefall geschwächt war. Laut dem Bericht von Baumpfleger Guido Wagner hatte sich im Wurzelwerk des Baums ein Hallimasch-Pilz eingenistet. «Wie es aussieht, hat dieser schon lange angefangen, die Wachstums-
zone der Wurzeln zu zerstören.»

Im geschädigten Bereich des Wurzelstocks konnte somit kein Holzzuwachs mehr stattfinden. «Das heisst also, dass sich das Verhältnis zwischen Wurzeln und Krone immer stärker zu Ungunsten der Standfestigkeit verändert hat», erklärt Wagner.

Eine Infektion der Wurzeln durch den Hallimasch-Pilz bleibt laut Wagner oberirdisch lange verborgen. Äusserlich sichtbare Hinweise auf einen Befall gab es beim Murianer Mammutbaum offenbar bis zuletzt nicht.

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