Staatsanwaltschaft Solothurn

Wird auch dritter Raser angeklagt?

Schrottreifes Auto des Unfallfahrers. (Bild: Bruno Kissling)

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Schrottreifes Auto des Unfallfahrers. (Bild: Bruno Kissling)

Die Solothurner Staatsanwaltschaft ist für alle Todesraser von Schönenwerd zuständig.


Am 8. November 2008 nachts wurde die erst 21-jährige Lorena Wittwer auf der Aarauerstrasse in Schönenwerd zu Tode gefahren. Ihre zwei Mitfahrer überlebten schwer verletzt. Unfallverursacher war ein 18-jähriger Grieche, der mit über 116 km/h in die Innerortszone raste und ungebremst in das abbiegende Auto krachte. Der Unfall sorgte schweizweit für Schlagzeilen.

Anklage im Kanton Solothurn

Ebenfalls an dem Unfall beteiligt waren ein Kroate und ein Türke, auch 18-jährig. Diese beiden Junglenker fuhren ebenfalls mit massiv überhöhter Geschwindigkeit hinter dem Unfallfahrer her. Gegen den türkischen Jugendlichen lief schon bei der aargauischen Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen anderer Taten, die dieser vor seinem 18. Geburtstag begangen hatte. Deshalb wollte die Solothurner Staatsanwaltschaft den Fall den Aargauern abtreten. Damit war aber die Aargauer Behörde nicht einverstanden und gelangte ans Bundesstrafgericht in Bellinzona. Es hat jetzt entschieden, dass die Solothurner Staatsanwaltschaft zuständig ist. Die Aargauer Delikte seien unter das Jugendstrafgesetz gefallen. Beim Unfall war der türkische Staatsangehörige hingegen bereits volljährig, wird als Begründung angegeben. Nun muss also die Solothurner Staatsanwaltschaft entscheiden, ob auch der Türke angeklagt werden soll.

Die gestern für die Sitzung des Solothurner Kantonsrates traktandierten Vorstösse in Bezug auf die Raserei und Sanktionsmöglichkeiten gegen Raser sind um eine Woche verschoben worden. (CvA/Rgy)

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