FC Aarau
Wird Aleksandrov der neue Trainer des FC Aarau?

Wer wird Trainer des FC Aarau? Wer Sportchef? Einer der heissen Kandidaten heisst Petar Aleksandrov. Ausgerechnet jener Mann, der am Sonntag mit Luzern auf den FCA treffen wird.

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Aleksandrov

Aleksandrov

Aargauer Zeitung

Ruedi Kuhn

Haben Sie am 13. Mai etwas vor? Am Tag von Christi Himmelfahrt findet in Fislisbach der Aargauer Cupfinal statt. Morgens um 10 Uhr kommt es zum ersten Highlight. Im Endspiel der Veteranen treffen der FC Suhr und Spreitenbach aufeinander. Die Rivalität der beiden Teams mit vielen früheren Spitzenfussballern garantiert ein Spektakel mit Nervenkitzel.

Mit Max Richner, Fritz Siegrist, Rolf Osterwalder, Bernd Kilian, Hansruedi Schär, Marcel Heldmann, Charly Herberth, Mirko Pavlicevic, Dariusz Skrzypczak, Jeff Saibene und Ryszard Komornicki sind bei Suhr lauter frühere Cracks des FC Aarau mit dabei. Die grosse Figur aber heisst Petar Aleksandrov. Er wurde in den 90er-Jahren mit dem FC Aarau, Xamax und Luzern Torschützenkönig. Vor 13 Jahren schoss Aleksandrov für die Luzerner den bisher letzten Treffer in einem Europacupspiel: Die Zentralschweizer unterlagen im Uefa-Cup Slavia Prag 0:2 und 2:4. Zweifacher Torschütze: natürlich Aleksandrov.

Aktienkapitalerhöhung verläuft schleppend

Der FC Aarau braucht Geld. Bis Ende Mai können Aargauerinnen und Aargauer Aktien des Fussballclubs erwerben.

Noch fehlen 720 000 der angestrebten 980 000 Franken.

Bekommt der FC Aarau das Geld nicht zusammen, drohen ihm nächste Saison Sanktionen wie beispielsweise ein Abzug von 14 Punkten oder eine happige Geldstrafe. Dies berichtete «Radio Argovia».

Ob Luzern, ob Aarau; Aleksandrov hat Sympathien für beide Vereine. «Mein Herz», so der 27-fache bulgarische Internationale und WM-Teilnehmer 1994, «schlägt für diese zwei Klubs etwa gleich stark. Schliesslich habe ich in Luzern und in Aarau meine schönsten und erfolgreichsten Jahre als Profi erlebt.» Für Luzern erzielte er in 55 Spielen 29 Tore. Die Aarauer schoss der Goalgetter in der Meisterschaft 1992/93 mit 19 Treffern sogar zum Titel. Von 1991 bis 1994 und von 1998 und 2000 erzielte er in 137 Spielen 50 Tore. Seit dem Aufstieg in die höchste Spielklasse 1981 schoss nur Herberth mehr Tore. Der deutsche Mittelfeldspieler und Regisseur brachte es in den erfolgreichen 80er-Jahren auf 76 Treffer.

Dank Klasse zur Kultfigur

Als sich Aleksandrov zu Beginn der Meistersaison entschloss, mit einem weissen Stirnband zu spielen, brachen alle Dämme. Der Mittelstürmer erzielte für den FCA ein Kopftor nach dem andern. Logisch, dass er auch den Cupfinal der Veteranen mit Stirnband bestreiten wird. Aleksandrov gibt sich wie eh und je selbstbewusst und sagt: «Ohne drei Tore pro Spiel gehe ich in der Regel auch heute nicht nach Hause.» Klar ist: Im Gegensatz zu Ausnahmekönnern wie Wynton Rufer, Ratinho, Sasa Ciric, Walter Seiler, Uwe Wassmer, Patrick De Napoli, Roumen Ivanov und Rogerio war Aleksandrov nicht nur Publikumsliebling, sondern wurde dank Klasse und Nähe zu den Fans sogar zu einer Kultfigur.

Am Sonntag stehen Aleksandrov und Aaraus Meistertrainer 1993 Rolf Fringer auf der Gegenseite. Weil es für die Luzerner im Schlussspurt der Meisterschaft um Rang vier und damit um die Qualifikation für die Europa League geht, dürfen die Aarauer keine Geschenke erwarten. Für Aleksandrov ist es nach eigener Aussage ein spezielles Spiel: «Um im Abstiegskampf bestehen zu können, braucht der FC Aarau gegen uns einen Sieg. Ich werde in diesem Spiel gemischte Gefühle haben.»

Der in Karlovo geborene Aleksandrov kam vor 19 Jahren in die Schweiz und lebte während 13 Jahren im Aargau. Zurzeit wohnt er mit seiner Frau Daniela und dem siebenjährigen Sohn Alex in Kölliken. Dass er früher oder später zum FC Aarau zurückkehren wird, steht für ihn fest. «Ich könnte mir vorstellen», so Aleksandrov, «als Sportchef oder als Trainer tätig zu sein. Momentan sind aber alle Geschichten um meine Person reine Spekulation.»

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