Irena Jurinak

Probleme, Sorgen und Nöte der Menschen aus dem Bezirk Lenzburg sind bei der Jugend-, Ehe- und Familienberatung (JEFB) täglich Thema. «Die Sorgen haben sich über all die Jahre hinweg gar nicht so sehr verändert», bilanziert Hugo Thomi, Stellenleiter der JEFB zum 40-Jahr-Jubiläum. «Es geht immer irgendwie um die drei grossen Kategorien Geld, Gesundheit und Zusammenleben, mit allen Ausprägungen und Facetten.»

Während die Probleme der Klienten ähnlich geblieben sind, hat sich das Umfeld der sozialen Institution in den letzten 40 Jahren laufend verändert. Neue Gesetze treten in Kraft, neue Organisationen entstehen. Am Jubiläumsfest vergangenes Wochenende in Lenzburg erzählte Reinhard Keller, der die JEFB von 1969 bis 1984 leitete, aus seinen Erinnerungen und zeigte auf, wie zu jener Zeit fast jedes Jahr eine neue soziale Institution entstand.

Gemeinden zeigen Verständnis

Auch in Zukunft stehen für die JEFB weitere wichtige Veränderungen an. Voraussichtlich 2013 tritt das neue Erwachsenenschutzgesetz in Kraft. Ausserdem wandelt sich auch das Netz der helfenden Institutionen laufend: durch neue kantonale Fachstellen, Schulsozialarbeit oder kommerzielle Anbieter im Betreuungsbereich.

Verändert hat sich nicht nur das Umfeld, sondern auch die Wahrnehmung der JEFB. «Früher brauchte es unglaublich viel persönliches Engagement», sagt Thomi. Heute sei die Arbeit der Institution selbstverständlich und auf professionellem Niveau. «Ich erlebe vonseiten der Gemeinden viel Verständnis für unsere Anliegen.»

Im Mai wurde an der Versammlung der Gemeindeammänner die von der JEFB beantragte Stellenerhöhung um 60 Prozent zwar noch kontrovers diskutiert. Wegen der Zusammenlegung der sozialen Dienste (siehe Kasten) rechnete man mit Synergien und wollte mit einem Stellenausbau zuwarten. Trotzdem stimmten die Vertreter der 20 Verbandsgemeinden der Stellenerhöhung schliesslich zu.

Nicht verwalten, sondern helfen

«Unsere Arbeit ist Prävention», sagt Peter Grusche, Präsident der JEFB. Damit spare man Folgekosten im sozialen Bereich ein. So ist heute dank der Hilfe der Beratungsstelle eine Familie in der Lage, ihr Kind adäquat zu betreuen, für das ansonsten ein Pflegekinderplatz hätte gesucht werden müssen.

«Wir wollen die Sorgen und Nöte nicht verwalten, sondern den Menschen konkret helfen, sich auf die eigenen Ressourcen zu besinnen», so Thomi. «Meistens hilft es bereits, wenn man punktuell bei einem oder zwei grossen Problemen hilft.»

Dass die Arbeit der JEFB wahrgenommen wird, zeigten die zahlreich erschienen Gäste an der Jubiläumsfeier. Bezirksammann René Schärli, sein Vertreter Ueli Bruder, die Lenzburger Gerichtspräsidenten Daniel Aeschbach und Eva Lüscher und Jugendanwalt Hans Melliger sowie Mitglieder der Verbandsgemeinden und sozialer Institutionen nutzten den Anlass zur Vernetzung. Regierungsrätin Susanne Hochuli betonte in ihrer Rede die Bedeutung der Familienpolitik.