Brunnersbergstrasse

«Wir wollen keine 08/15-Lösung»

Abbruchstelle: Die Brunnersbergstrasse soll ab 16. Juli wieder befahrbar sein.

Brunnersbergstrasse

Abbruchstelle: Die Brunnersbergstrasse soll ab 16. Juli wieder befahrbar sein.

Die Sanierung für die Abbruchstelle auf der Bergstrasse auf den Brunnersberg soll Ende Juni endlich beginnen. Gerüchte kamen auf, sie sei wegen eines Katz-und-Maus-Spiels bei den Verantwortlichen so lange hinausgezögert worden.

Peter Wetzel

Wer heute mit dem Auto von Balsthal aus auf der südlich gelegenen Bergstrasse auf den Brunnersberg will, trifft bei der Mausteren bei Bremgarten auf ein allgemeines Fahrverbot. Mit einem Umweg über Mümliswil und die nördliche Seite der langen Bergstrasse gelangt man trotzdem auf den Brunnersberg. Mitte März dieses Jahres kam beim Bruggenmätteli ein Teil des Strassentrasses ins Rutschen. Eine beigezogene Geologin ordnete sofort die Sperrung der Strasse an.

«Die starke Schneeschmelze und der heimtückische Untergrund im Gebiet Bruggmätteli spielten sicher eine entscheidende Rolle», erklärt Laupersdorfs Bürgergemeindepräsident Edgar Kupper. Massgebend aber sei auch die im Jahre 2004 gebaute Waldstrasse, die hier abzweigt und den Hang stark angeschnitten habe. Der Schutt, der beim seinerzeitigen Waldstrassenbau anfiel, habe man südlich, direkt unterhalb der Bergstrasse, aufgeschüttet. Dieser schwere Schuttkegel hat laut Kupper ebenso zur Instabilität der Bergstrasse beigetragen, ist aber schon vor dem jetzigen Schadenfall zu Tale gerutscht.

Warum man so lange brauchte

Es wurde gemunkelt, die Sanierung der defekten Strassenstelle werde so lange hinausgezögert, weil der Ball zwischen den Verantwortlichen hin- und hergeschoben wird. Dem widersprechen aber sowohl Edgar Kupper wie auch Kurt Bloch, Gemeindepräsident von Mümliswil-Ramiswil und Vorsitzender der Bergwegkommission Höngen-Brunnersberg-Mümliswil: Die Zusammenarbeit zwischen der Bergwegkommission, der Einwohnergemeinde und der Bürgergemeinde Laupersdorf habe von Anfang an sehr gut geklappt, versicherten beide unisono. Man habe sofort die notwendigen Schritte eingeleitet und als Erstes ein geologisch-geotechnisches Gutachten über die Baugrundverhältnisse mit möglichen Sanierungsvorschlägen ausarbeiten lassen. Gestützt auf dieses, sei ein Detailprojekt in Auftrag gegeben worden. «Das braucht halt seine Zeit», sagt Kupper.

Das Projekt sieht vor, am talseitigen Strassenrand 36 Mikropfähle mit einer Länge von sechs bis zehn Metern in den Boden zu versenken. Vom gleichen Strassenrand aus werden so genannte Erdnägel schräg in den dahinterliegenden Fels verankert. Am Schluss wird am südlichen Strassenrand lediglich ein Betonriegel zu sehen sein.

Die Kosten für die aufwändige Sanierung wurden auf maximal 250 000 Franken veranschlagt. Zur Frage, ob das nicht eine teure Variante sei, äusserte sich Kurt Bloch: «Wir wollen bei dieser Sanierung keine 08/15-Lösung.» Natürlich habe man auch andere Varianten diskutiert. Die Sanierung müsse aber so durchgeführt werden, dass sie langfristig halte. «Die Sicherheit der Bewohner auf dem Brunnersberg hat für uns erste Priorität.» Die Frage der Kostenverteilung bleibt im Moment noch offen und ist Gegenstand von Verhandlungen. Auf jeden Fall wird die Bürgergemeinde Laupersdorf Rechnungs- und Zahlstelle sein. Am 22. Juni will man mit der Sanierung beginnen. Ab dem 16. Juli soll wieder von Balsthal her auf den Brunnersberg gefahren werden können.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1