swissmusicdiary.ch

«Wir sind ehrlich»

Esther Burri: Nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn sie Konzertberichte verfasst. (som)

Esther Burri

Esther Burri: Nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn sie Konzertberichte verfasst. (som)

Esther Burri aus Hägglingen besucht in ihrer Freizeit bis zu zehn Schweizer Musikkonzerte pro Monat. Auf ihrer Plattform «swissmusicdiary.ch» schreibt die Jugendarbeiterin darüber und macht sich nicht nur Freunde damit.

Maja Sommerhalder

«Sehr unsicher wirkt Fabienne Louves und sie ist total überdreht . . .» Mit diesen Worten beschreibt «Äschti» auf der Internetseite «www.swissmusicdiary.ch» den Auftritt der «Music-Star»-Siegerin 2007 beim Halt Festival Lengnau. «Äschti» heisst in Wirklichkeit Esther Burri, lebt in Hägglingen und arbeitet als Jugendarbeiterin in der katholischen Kirchgemeinde Kirchdorf.

Ob Adrian Stern oder Patent Ochsner: Ihre Freizeit gehört der Schweizer Musik: «Manchmal besuche ich bis zu zehn Konzerte pro Monat.» Ihre Meinung schreibt die 30-Jährige auf der Internetseite «www.swissmusicdiary» nieder. Ebenfalls findet man auf dieser Seite Bilder, Konzertdaten und Links zu Musiker-Homepages. «Wir verlinken aber nur Künstler, die wir empfehlenswert finden.» Vier Autorinnen sind für die Internet-Plattform unterwegs: «Die Berichte sind subjektiv. Für uns zählen die Emotionen.» Dabei nehmen die Kritikerinnen kein Blatt vor den Mund: «Wir schreiben unsere ehrliche Meinung. Deswegen haben wir nicht nur Freunde in der Musikszene.»

Lieber kein Kontakt zu den Musikern

Schweizer Musik hat Esther Burri schon als Jugendliche fasziniert: «Man kann ums Lagerfeuer sitzen und mitsingen.» Ihre Leidenschaft teilte sie mit ihrer Blauringfreundin Daniela Lohrer. Schon bald tingelten sie zusammen von Konzert zu Konzert, wobei sie nicht nur Schweizer Mundartmusik konsumierten. Etwas nervte die jungen Frauen: «Man musste sich immer auf 20 Homepages erkundigen, wenn man wissen wollte, wann die Konzerte stattfinden.» «swissmusicdiary.ch» war geboren. «Da wir nach den Konzertbesuchen oft nach unserer Meinung gefragt wurden, begannen wir Berichte zu schreiben.»

2000 Besucher verzeichnet die Homepage pro Monat - Tendenz steigend. Trotzdem: Geld bringt ihr Engagement nicht ein. Zwar kommen sie mittlerweile gratis an Konzerte, die Wegkosten müssen sie jedoch selbst berappen. Das Konzerterlebnis sei jedoch unbezahlbar: «Es ist wie eine Droge. Wenn ich ein paar Wochen abstinent bin, bekomme ich Entzugserscheinungen.» Ein Groupie sei sie aber nicht: «Wir warten nach den Konzerten nicht auf die Künstler.» Am liebsten ist es ihr, wenn sie keinen persönlichen Kontakt zu den Musikern hat: «Sobald man sich kennt, ist es schwieriger, ehrlich zu sein.»

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