Integration
«Wir sehen uns als Drehscheibe»

Am 8. April hat die neue Anlaufstelle Integration Aargau in Aarau ihre Pforten geöffnet. Der Leistungskatalog ist klar definiert, die einzelnen Projekte aber erst am Gedeihen. «Nach den Sommerferien werden wir mit konkreten Themen starten können», sagt Stellenleiterin Lelia Hunziker.

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"Wir sehen uns als Drehscheibe"

"Wir sehen uns als Drehscheibe"

Carolin Frei

Sie sind seit zwei Wochen als Leiterin der neuen Anlaufstelle Integration Aargau tätig. Welche «Bilanz» können Sie bis jetzt ziehen?
Lelia Hunziker: Der Start war erfolgreich, der Eröffnungsanlass gut besucht. Er fand in unseren Räumen an der Kasinostrasse 25 in Aarau statt. Mir war es wichtig, die Gäste hier zu begrüssen - am Ort des Geschehens.

Am Ort des Geschehens?
Ja. Für einmal wurde meinem Büro die Ehre zuteil, die Bühne für die Band Lisanga aus dem Kongo und für Regierungsrat Urs Hofmann zu stellen sowie zugleich Zuschauerraum für 60 Gäste zu sein. Es war etwas eng und heiss. Aber, aus meiner Sicht als ehemalige Kulturmanagerin: Lieber vor übervollen Rängen spielen als vor halbleeren.

Mit anderen Worten, die neue Integrationsstelle deckt ein grosses Bedürfnis ab?
Es hat sich an der Eröffnung gezeigt, dass ein riesiges Interesse für diese Stelle und ihren Auftrag besteht. Beim Apéro mit Spezialitäten aus dem Kosovo blieb es eng, aber auch unkompliziert. Diese Umstände «verlangten» von allen, spontan zu sein und zu kommunizieren, damit alle etwas zu trinken und zu essen bekamen. Eigentlich genau so, wie wir uns unsere Arbeit vorstellen. Denken, reden, handeln.

Die erste Bilanz ist positiv. Wie sehen die weiteren Ziele aus?
Die Eröffnung war vor dem Konzept. Man könnte sagen Form vor Inhalt. In der letzten Woche haben wir mit dem Konzeptprozess begonnen. Wir haben klare Vorgaben von Bund und Kanton, was an Leistungen zu erbringen ist. Wie wir die Zielsetzungen und Problemlösungen angehen, entscheiden jedoch wir als Team. Stanislava Racic, Tamasha Bühler und ich kommen aus verschiedenen Bereichen, was uns ermöglicht, ein grosses Päckli an Erfahrungen und Know-how zu schnüren.

Fixe Projekte sind somit noch nicht aufgegleist?
Viele erwarteten von uns bereits Konkreteres als das, was wir zu bieten haben. Ideen gibt es viele. Aber erst wenige sind spruchreif. Sobald sich das ändert, werden wir damit an die Öffentlichkeit treten.

Bis wann könnten erste Projekte spruchreif sein?
Spruchreif werden sie im Juni sein, damit wir nach den Sommerferien mit den ersten konkreten Angeboten starten können. Der Beratungsdienst läuft selbstverständlich per sofort.
Wer soll mit der neuen Anlaufstelle vor allem angesprochen werden?
Privatpersonen, Schweizerinnen und Migrantinnen, die Fragen, Anregungen, Inputs zu Thema Integration haben, sollen angesprochen werden. Aber auch Organisationen, Fachstellen, Migrantenvereine, Körperschaften, die sich konkret oder auch nur am Rand mit Integration beschäftigen. Wir sehen uns als Drehscheibe für Informationen.

Sind Sie in dieser Drehscheibenfunktion auch aktiv, sprich «draussen», tätig?
Wir werden selbstverständlich auch aktiv tätig sein. Wir haben unter anderem vor, auf Gruppen zugehen, die schon lange in der Schweiz leben, aber schlecht integriert sind. Geplant ist, jährlich zwei bis drei solcher Gruppen in den Fokus zu nehmen und zu versuchen, mit gezielten Projekten auf sie zuzugehen.

Ist die sprachliche Verständigung ein Problem?
Bis jetzt nicht. Wir sprechen auf der Fachstelle acht Sprachen. Zudem sind wir in Kontakt mit Lingadukt von Heks. Diese Stelle vermittelt interkulturelle Übersetzerinnen. Die Sprache ist ein heikles Gut. Auch wenn zwei die gleiche Sprache reden, kommt es zu Missverständnissen. Umso wichtiger ist es, eine qualifizierte Übersetzung zu haben.

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