Bäuerinnenschule im Kloster Fahr

«Wir legen Wert auf Ganzheitlichkeit»

«Wir legen Wert auf Ganzheitlichkeit»

«Wir legen Wert auf Ganzheitlichkeit»

Die Kurse in der Bäuerinnenschule im Kloster Fahr sind beliebt wie nie. Für die beiden nächsten Jahre gibt es kaum noch freie Plätze. Für Schulleiterin Theres von Aarburg hat das entscheidend mit der Benediktinerinnengemeinschaft zu tun.

Sandro Zimmerli

Theres von Aarburg, die beiden Halbjahreskurse 2010 sind bereits ausgebucht und für den Frühlingskurs 2011 sind nur noch einige Plätze frei. Wie erklären Sie sich diesen anhaltenden Erfolg?

Theres von Aarburg: Es sind verschiedene Faktoren, die dazu beitragen. Da wäre einerseits der gute Ruf der Schule, der von der Mutter zur Tochter, zur Enkelin oder der Nichte weitergegeben wird. Dann natürlich der Ort selber. Die Idylle und die Ausstrahlung des Klosters macht unsere Bäuerinnenschule einmalig in der Schweiz. Dazu gesellt sich die Nähe zu und die Begegnung mit den Schwestern. Wir sind eine Klosterschule. Zu uns kommen Frauen, die offen sind und Spiritualität suchen.

Muss man zwingend offen sein für Spiritualität, um Ihre Schule besuchen zu können?

Von Aarburg: Ja, ein gewisser Respekt und eine Offenheit gegenüber der Religion ist gefordert. Interessiert sich jemand nicht dafür, dann ist er bei uns fehl am Platz. Das Fach Religion steht bei uns auf dem Stundenplan. Zudem gehören Gottesdienstbesuche zum Programm. Diese Nähe zur Religionsgemeinschaft ist übrigens ein weiterer Erfolgsfaktor der Schule.

Wie muss man das verstehen?

Von Aarburg: Bei der Ausbildung legen wir Wert auf Ganzheitlichkeit. Wir sprechen den Menschen als Ganzes an. Wir arbeiten also mit Hand, Kopf und Herz. Dazu gehört auch die Nähe zur Natur. Wir pflanzen an, hegen und pflegen und ernten dann. Zu einem grossen Grad sind wir Selbstversorger. Anders gesagt, wir sind eine Schule fürs Leben. Viele Absolventinnen bescheinigen uns dies. Oft kommen die Frauen auch bewusst zu uns ins Internat, weil sie in einer Gemeinschaft leben wollen.

Sie zählen ganz verschiedene Erfolgsfaktoren auf. Müssen Sie überhaupt noch Werbung für Ihre Schule machen?

Von Aarburg: Unsere Werbung besteht darin, unseren guten Ruf zu pflegen. Die Qualität ist uns wichtig. Das ist die eigentliche Werbung.

Wie hält man die Qualität aufrecht?

Von Aarburg: Unser Berufsverband erteilt uns klare Vorgaben über Module, Ziele und Inhalte des Ausbildungsangebots. Dieses Jahr werden beispielsweise die zwei neuen Pflichtmodule «Familie und Gesellschaft» sowie «Haushaltsführung» ins Angebot aufgenommen. Zudem haben wir ein Qualitätssystem und sind seit dem Jahr 2000 «eduQua»- und «ISO»-zertifiziert. Unsere Schule stellt einen ersten Schritt auf dem Weg zum «eidgenössischen Fachausweis Bäuerin» dar.

Sie sagen, die Schule sei ein Schritt auf dem Weg zur Bäuerin. Was folgt nach dem Abschluss der Schule?

Von Aarburg: Nach dem Fachkurs folgen zwei Jahre Praktikum auf einem bäuerlichen Betrieb. Um den Abschluss « Bäuerin mit eidgenössischem Fachausweis» zu erhalten, müssen die angehenden Bäuerinnen eine Projektarbeit schreiben und eine Berufsprüfung ablegen. Danach erhalten sie den Fachausweis. Zu uns kommen aber auch «Nicht-Bäuerinnen», die nach der Bäuerinnenschule wieder in ihren angestammten Beruf als Bäckerin, Floristin oder Lehrerin zurückkehren.

Meistgesehen

Artboard 1