«Wir können niemanden zwingen»

Das grosse Angebot an Einkaufsmöglichkeiten wird in Geroldswil und Weiningen als möglicher Grund gesehen, weshalb der Fahrweider Dorfladen zu wenig Kundschaft hat. Wie man dieses Problem lösen könnte, weiss allerdings niemand.

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Sandro Zimmerli

«Natürlich ist es schade, dass der Laden schliessen muss», sagt Geroldswils Gemeindepräsidentin Ursula Hofstetter. Zu wenig Kundschaft und fehlender Umsatz machen Heinz Widmer, dem Betreiber des Dorfladens in der Fahrweid, zu schaffen.
Der Mietvertrag für das Ladenlokal an der Fahrweidstrasse54 ist auf Ende Monat gekündigt worden, weil Widmer mit der Miete im Rückstand ist. Nur ein Jahr nach seiner Eröffnung steht der Laden vor dem Ende.

Nicht nur in Geroldswil, auch in Weiningen - die Gemeindegrenze verläuft direkt durch das Quartier Fahrweid, der Dorfladen liegt auf Geroldswiler Gebiet - bedauert man die Entwicklung. Wie man dem Problem entgegentreten könnte, weiss aber niemand.

Keine Unterstützung

«Wir können niemanden zwingen in der Fahrweid einzukaufen. Es ist verständlich, dass Leute, die in Geroldswil wohnen nicht in der Fahrweid einkaufen, da das Angebot rund um den Dorfplatz schon gross genug ist», erklärt Hofstetter.

Ausgeschlossen sei, so Hofstetter, dass die Gemeinde den Laden in irgendeiner Art finanziell unterstütze. «Das ist nicht unsere Aufgabe. Das unternehmerische Risiko gehört zu der freien Marktwirtschaft», hält die Gemeindepräsidentin fest.
Im Endeffekt müssten die Einwohner der Fahrweid selber entscheiden, ob sie in ihrem Quartier einkaufen wollen oder nicht.

Konkurrenz in Dietikon

Hofstetter spricht damit ein Problem an, mit dem Widmer schon länger zu kämpfen hat. Eine Umfrage, in der er den Einwohner des Quartiers seine Lage schilderte, zeigte, dass nur rund ein Drittel seiner Kunden überhaupt in der Fahrweid wohnhaft ist. Die grosse Mehrheit kommt aus Oetwil, Geroldswil, Weiningen oder Dietikon.

Warum das so ist? Darüber könne nur spekuliert werden, findet Hans-Ulrich Furrer, der für den Quartierverein Fahrweid als Sicherheitsvorstand im Weininger Gemeinderat sitzt und in der Fahrweid wohnt. «Möglicherweise hat das mit dem Überangebot zu tun. Man ist schnell in Spreitenbach oder in der Dietiker Silbern. Besonders nahe gelegen ist aber die Migros im Zentrum Dietikons», hält Furrer fest. Oft sehe er Einwohner des unteren Teils der Fahrweid, die mit dem Fahrrad oder zu Fuss nach Dietikon zum Einkaufen gingen.
Trotzdem, so Furrer, sei es für ihn nicht nachzuvollziehen, weshalb es ein Dorfladen in der Fahrweid so schwer habe. «Die Lage an einer viel befahrenen Strasse ist eigentlich ideal». Doch schon Widmers Vorgänger hielt mit seinem Lebensmittelgeschäft knapp ein Jahr durch, davor gab es in der Fahrweid lange Zeit überhaupt keinen Dorfladen.